Alltagsg`schichten

zu unserer Motorradreise

           " UP & DOWN TO ALASKA"

Di

29

Okt

2013

Heim kommen….

Heim kommen….

 

Die Welt sehen! Was erleben! Abenteuer! Action! Adrenalin! Ausbrechen! Was immer uns antreibt, was immer wir suchen, wirft die Frage auf: Haben wir es gefunden?

Ja, haben wir und zwar zum ersten Mal schon in Regensburg, wo wir im Traditionsgasthaus „Kneittinger“ nach einer Schweinshax`n und etlichen Weißbieren mit unseren Freunden Lisa und Manni bei der Schank auf einen stattlichen Mann trafen, der sich als Gatte einer Riegersburgerin (unserem Heimatort) vorstellte… Kann denn das Real sein? Wir besuchen Leute, die wir in Ecuador und Kolumbien getroffen haben, in Regensburg und durch Zufall treffen wir jemanden mit direkter Verbindung zu Riegersburg?

Das Gefühl über die Donau in Österreich einzureisen, war einmalig, grandios und unvorstellbar. Die Tränen kullerten noch nicht bei uns, dafür aber bei Liehrlys Cousine, als wir um die Ecke bogen und zwar in einem Ausmaß eines kleinen Gebirgsbaches. Unsere erste Reaktion darauf war einfach die Frage: „Was ist denn passiert?“  Ihre Antwort: „ Nix, ich freu` mi halt so, dass ihr wieder da seid´s!“ Ach so und wir dachten an einen Todesfall, schlimme Krankheit…

 

Und dann, ja dann kommt das, wonach wir fahrtechnisch gesucht haben: Ennstal, Hieflau, Eisenerz… Blauer Himmel, bunte Wälder und sommerliche Temperaturen  begleiteten uns und trugen uns förmlich immer weiter in den Süden – ein absolute Traumfahrt… was will man(n)/frau denn mehr?

Und dann, ja dann kommt das, wonach wir essenstechnisch oft verzweifelt gesucht haben: Kernöl! Richtig leckeres Kernöl kam nach so langer Zeit wieder an unsere Gaumen und unsere Augen rollen und schließen sich ohne, dass wir sie kontrollieren können… purer Genuss!

 

Und dann, ja dann kommt das, was wir uns vorgestellt haben: die letzten Kilometer bewältigten wir mit Tränen in den Augen und gleiteten vorbei an vertraute Häuser, vertraute Ausblicke und vertraute Gestalten, die sich sonnten oder im Garten arbeiteten… manche erkannten uns und andere nicht -  doch wenn dann ein Schrei verstärkt mit heftigem Schwenken der Handgelenke in unsere Richtung hörbar und erkennbar war, dann weißt du: „yes – that`s right!“

 

Und dann, ja dann kommt das, wovon wir geträumt haben: mit Tränen in den Augen (aber sie kullerten noch immer nicht) stiegen wir von unseren Motorrad und wurden von unserer Familie umarmt und willkommen geheißen. Bei Kaffee und selbstgemachten Mutti-Strudl wurde gelacht, umarmt und einfach das Beisammensein genossen.

 

Und dann, ja dann kommt das, was wir nicht erwarteten: Willkommensplakate an unserer Hauseinfahrt, Willkommensgesteck an unserer Türe, Willkommensesspakete auf unseren Esstisch, im Kühlschrank, im Gefrierschrank und der Speis. Das Haus, die Garage, die Holzwerkstatt sowie Chrissis Radl sind fein säuberlich geputzt. Der Rasen ist kurz gemäht, Reparaturen in und um das Haus gerade in Arbeit oder schon erledigt…. Da fragten wir uns, ob wir da nicht öfter wegfahren sollten, wenn wir mit so einem Ergebnis bei unserer Rückkehr rechnen könnten…  Der Spruch „Bei solchen Freunden braucht man keine Feinde!“ liegt bei uns wohl völlig falsch. Bei uns heißt es: „Bei diesen Freunden kann man jeden Feind leicht ertragen!“

 

Und dann, ja dann kommt das, wovon wir nicht geträumt haben: Es wurde schon dunkel. Es war Zeit um endlich „was Trinken zu gehen“. Gemeinsam mit 2 Freunden schwangen wir uns auf die Radl´n und fuhren zum Burgcafe. Am Ortsanfang waren Fotos von uns und am Marktplatz Fahnen mit Willkommensgrüßen aufgestellt. Freunde, Bekannt und Verwandte erwarteten uns und ein freudiges, „busserlreiches“ und „umarmiges“ Wiedersehen erfolgte- großartig so empfangen zu werden!

Und dann kommt das, was wir echt erhofft haben: wir gingen „was Trinken“ ins Burgcafe. Zusätzlich spielte eine Live Band. Wir tranken und ab einen gewissen Zeitpunkt wurde getanzt, gesungen und geschunkelt… Die Stimmung war ausgelassen, die gemeinsame Freude (alles überstanden zu haben: 63150km oder Schneeschaufeln und Rasenmähen) überwiegte und dann?

 

Und dann, ja dann kommt das, was wir eigentlich doch schon immer gewusst haben, uns aber im Alltag oft nicht mehr bewusst war: Familie, Freunde und Heimat sind der größte Schatz (neben unserem Bett natürlich)!

P.S.: … und wenn wir im Glauben sind ihn  wieder verloren zu haben… wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, als uns wieder auf eine längere Suche zu begeben….

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Fr

18

Okt

2013

349 Tage „Americas“

349 Tage „Americas“      Montreal, 19.10.2013

Vor 349 Tog`n hot oll`s ang`faungan. Jo, duart – in Chile – hob` I ah nix verstaund`n. Domols Spanisch und heit Französisch… es is jo net so, dass I goa nix  verstand`n hob` - owa am Anfong  woars  schua schwa mit der Sproch. Hob´ ka anzigs Wort sog`n kinnan und jetzt in Montreal,  wo`s Französisch raid`n, raid i Spanisch zruck, wia a Reflex: i versteh` nix, desholb kauns net Deutsch und net Englisch sein… logisch also: Spanisch! No entiendo! Maunches Mol is da Reflex echt a Hund… Jetzt sitz i do in Montreal. Wulken  san vor da Sun, die Moperln san am Airport und auf amol bin ich miad. I bin miad vom Herumfohr´n und vermiss` meine Leit von dahoam, mei Bett, ova ka Angst… i bin net depressiv, owa i merk` anfoch, dass des letzte Johr echt ah anstrengendes Johr wor und wenn i so weida überleg`… des letzte Johr wor echt a verdaumpt geiles Johr! Wenn i so denk`, wo i überall wor, wos i alles g´seh`n hob`, wie i mi g`fühlt hob`, was i olls g`mocht hob` - jo do muass i zuageb`m, dass ma grod die Ganserlhaut am Ruck`n owi laft! Na, wenn i des so genauer anschau`: ka Wunda, dass i miad bin. 5 Potschen, wo i den Schlauch g`wechselt hob und zum Schluss sogar 2 neije Raifen  sölba aufzogen- solo ollas „selfmade“ so zu sog`n. 5 Mol Ölwechsel bei jedem Moperl – olso eigentli dann 10 mol Öl ausi los`n und dann wieder frisches Öl einischitt`n. Die Bremsbelege wor´n dann a imma wiada zum Wechs`ln, wobei i jetzt a zugaib`m muass: in letzter Zait wor i, wos die Bremsbelege betrifft, schua länger miad… also i glaub`, die san dann echt a fällig und ols Zuagob, leg`i ah nou die Bremsscheib`m ols fertiga drauf… Tjo und nochdem ma die Kaitt´n bei 32000km domols in San Diego g`wechselt hom, wird dai a fällig sein, wenn ma dahoam san… Najo, i hob` jo nie g´sogt, dass i mit am neijen Moperl hoam foahr`n wia`… immerhin hom ma 61650km seit Chile zruck glaigt – wos wüll ma sie do nou erwort`n? Warum i die Batterie in Kolumbien g`wechselt hob`, frog i mi heit nou… die Chrissi hätt` jo eh weida anschierm kännan, do hätt` ma uns was daspor`n kännan.  Owa uans muaß i a sog`n, des Lenkkopfloga und der Benzinkoacha hob`m mi g´fuchst bis zum Schluß! Beim Koacha hob` i dann afoch aufgeb`m bzw. hob` die Sponbanateln  afoch akzeptiert und hob´ ma afoch a Elektroplotten in Sturgis kaft. Danoch wor nur noch wichtig a Steckdosen zum Koach`n zu find`n.

Ma, wenn i nur an die gaonz`n „UNESCO-Weltkulturerbe-Dingsbums“ daink… oft echt nur Ruinen, wo ma mehr Fantasie als Realitätssinn – des is a mol a schaines Deitsches Wort – braucht, um wos zu dakennen. Owa einige hob`m mi a echt umkaut: Macchu Picchu oder Tikal… jo dai Platzln hobm wos. Woars a nit wos, ober sann schua beeindruckant. Genauso wie i fasziniert von den Gaigand´n auf unsera Wolt wor und eigentlich ah noch bin! Ob die Gaiganden bei den Anden (net die Gänse hi, hi,) auf üba 4500m Häch`n mit dem echt geilem Farbenspül vom Wossa der Lagunen - der Erd´n – dem Gros und Himml oder die ganz´n Nationalparks in Nordamerika , die vüln Vicha , die liabn Leit, jo die Wölt is echt supa!

Na, jetzt faungt´s a wieda zum Raignen aon… obwohl i mi eh net beschwer`n därf… wenn i olles so grob überdenk`, dann worn in den laitzten 11 a holb Monat ungefähr 8 Woch`n Raig`n dabei -  2 Woachen in Bolivien, 2 in Ecaudor, 1e in Alaska und den Rest summiern ma mit a poar uanzli Tog… jo 8 Woch`n und dann tua man no 6 Woch`n Hochwolken dazua… dann san ma auf 14 Wochen net so nettes Waida… also guate 3 Monate und die raistlich`n 8 a holb Monat` worn echt mit blau`m Himm`l und Sonnenschein, wenn i do denk` , dass a poar Bekaonnte von mir an echt laongan Winter, danoch vüll Raig`n und dann a Hitzewöll`n im letzten Johr kobt hom – echt , i hob´s zwor ah nur kährt, aber des stimmt echt – kannst mas glaub`m – i liag di net aon! Na und jetzt hoaff` i doch, dass des Waidaglick bleibt und die letzten Tog – a wenn i do schua in Europa unterwegs sei werd`- der Reise ah noch schei sei wird! Hoaff`, du trogst dazu bei: tuast olles schei brav aufaiss´n, brav und fleißig orwat`n und lost die Bit füa a guats Waida in da nexten Woach`n in dei Obendgebet miteinfließ´n! Jo, dann kann jo eh nix mehr schief geh´n und wir seh`n uns im Burgcafe… und so wia`s ausschaut, wird daot eh nix Spanisch oder Französisch graid sondern entli wieder amol: Deitsch!

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Mi

09

Okt

2013

Da rollen die Köpfe – die Kürbisköpfe!

Da rollen die Köpfe – die Kürbisköpfe!

 

Am Straßenrand sitzt die Familie Simpson… an der Kreuzung finden wir die Darsteller von „Alice im Wunderland“… 45 km weiter kommen wir an einem „Meat Market“ (Fleischmarkt) – Stand vorbei… dazwischen tauchen immer wieder Skelette, Hexen, Geister und Spinnen links und rechts von unserem Weg  auf… Spinnweben legen sich über Sträucher, Balkone oder Bäumen und wenn ich mir vorstelle, hier um Mitternacht bei Vollmond Händchen haltent entlang zu spazieren, könnte auch gerade die Neuaufnahme des Videos „Thriller“ von statten gehen…

Es ist Anfang Oktober und die amerikanischen Gärten hier im Nordosten der USA sind überaus hübsch und einladend zur Erntezeit geschmückt. Es zeugt von erlesenem Geschmack diese exquisiten Raritäten geschmackvoll zu arrangieren, so dass andere Gäste wirklich vom netten Gemüt und der Freundlichkeit der Familie regelrecht überschwemmt werden.

 

Was in unserem Breiten- und Längengrad sich in der Weihnachtszeit rund um die unterschiedlichen Beleuchtungsmöglichkeiten der diversen Behausungen abspielt, beginnt hier in den USA Staaten schon Ende September mit den unterschiedlichsten Möglichkeiten den Vorplatz seiner Behausung so grusselig und unfreundlich wie möglich zu gestalten. Beliebteste Dekorationstücke sind wohl oder übel Skelette, Totenköpfe, Spinnweben, abgeschlagene Füße oder Hände, Hexen und allen voran: der Kürbis!

 

 An manchen Ecken wird er zum Verkauf angeboten – von kleinem Zierkürbis über einen 60cm Durchmesser Kürbis – bevorzugte Farbe: orange! Diese Kürbisse dienen um diverse Köpfe zu  ähneln – wobei ich auch ehrlich zugeben muss: im wahrem Leben ist mir auch schon so ein oder anderer „Kürbis“ auf 2 Beinen untergekommen (wem wohl nicht!), aber dies ist eine andere Geschichte…   Nun aber weiter mit den echten orangen Kürbissen, die also bei einigen Dekorationsmotiven als Köpfe herhalten müssen und auch dem entsprechend bemalt oder geschnitzt sind – bevor sie dann rollen….

 

Diese Zeit dieser Gestaltung erlebt ihren Höhepunkt am 31.Oktober jeden Jahres -  die Nacht des Grauens, die Nacht in der es „Süßes oder Saures“ gibt – Halloween.

 

Halloween – wörtlich aus den englischen Wörtern „hallow“ (altengl. „heilig“) und „eve“ (engl. „der Vorabend“), beschreibt den Abend vor „Allerheiligen“  und wird daher am 31. Oktober gefeiert. Die Kelten teilten  Seinerzeit das Jahr in 2 Hälften, wobei in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1.November der Sommer (Sinnbild für das Leben) endete und der Winter (Sinnbild für den Tot) begann. Sie glaubten auch, dass in dieser Nacht das Tor zwischen Leben und Tod nicht wirklich verschlossen war und so die „Geister der Verstorbenen“ wiederkommen könnten… Irische Auswanderer brachten „Halloween“ mit in die USA, wobei in vielen amerikanischen Bundesstaaten Halloween im 19. Jahrhundert schon zu einem großen Volksfest ausartete. Besonders beliebt bei den Kindern war und ist das sogenannte „trick or treat“ (Süßes oder Saures). Hierbei gehen Kinder, in möglichst schaurige Kostüme als Hexen, Vampire, Teufel oder  Knochenmaxi verkleidet und maskiert, von Haus zu Haus und bitten um Süßigkeiten, ansonsten drohen sie mit Streichen („trick“). In den Vorgärten der Häuser, an Haustüren, Fenstern und auf Balkonen sieht man am Abend vor Halloween einen ausgehöhlten Kürbis mit einem eingeschnittenen Gesicht, der von innen her durch eine brennende Kerze erleuchtet wird. Der erleuchtete Kürbis soll die bösen Geister abschrecken…  nun uns können sie ja nicht meinen, die Amerikaner, denn wir sind am 31. Oktober ja nicht mehr da….

 

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Fr

13

Sep

2013

Warum sind wir immer die Letzten

 

Warum sind wir immer die Letzten, wenn wir doch die Ersten waren… und trotzdem haben wir nix dagegen….

 

Es hat 38 Grad! Du weißt, wo der nächste Campingplatz liegt, denn du, nachdem du Essen und Getränke beim Supermarkt eingekauft hast, auch ansteuern wirst. Dir ist echt verdammt heißt in den Boots und den Jeans… deine Motorradjacke hast du schon längst ausgezogen und hintendran geklemmt.  Du wünscht dir nur noch einen schattigen Platz, eine kalte Dusche und einfach nur deine Ruhe! Du verlässt den Supermarkt mit deinem Einkauf und siehst schon wieder Leute an deinem Motorrad stehen. Sie sehen sich die Aufkleber, das Gepäck oder das ihnen unbekannte Motorrad an. Kurz kommt ein Stöhnen über deine Lippen und ein Gedanke „Nicht schon wieder…“ schießt dir durch den Kopf… er – der Gedanke -  ist nicht böse gemeint, aber du weißt, dass du schon unzählige solcher Situationen hinter dir gebracht hast. Seit du in die USA eingereist bist, stehst du öfter im Mittelpunkt als dir lieb ist. Bei den Tankstellen gelangst du als Erstes an die Zapfsäule und bis du deinen Helm abgelegt hast, ist sicher schon jemand bei dir und fragt: „Woher?  Wohin? Wieso? Wie ist dies machbar?“ Es handelt sich dabei immer um Gespräche, die voller Anerkennung und Bewunderung von deinem Gegenüber gestaltet werden. Echtes Interesse und Begeisterung schwingen mit und geben dir ungemeine Kraft und deine Brust hebt sich nicht nur auf Grund deines Atemzuges sondern auch auf Grund des Stolzes.  Und mit Sicherheit steigst du erst wieder auf das Motorrad, nachdem alle anderen Fahrzeuge die Tankstelle verlassen haben. Wieder mal erster und trotzdem letzter, dafür mit einer aufrechten Haltung und mit einem Grinsen im Gesicht…

 

Nun du bewegst dich also unter der Nachmittagshitze weg von der klimatisierten Zone des Kaufhauses hin zu dem umringten Motorrad und bevor du alles verstauen kannst, tritt auch schon ein Vater mit Sohn auf dich zu. Der Vater meint, sein Sohn möchte gerne wissen, woher du kommst. Die Frage, ob alle Aufkleber auf den Koffern erklären, wo du warst, ist mit einem schnellen  „Yes“ beantwortet, wobei  der Vater daraufhin seinem auf „zwölf-Jahren -geschätzten Sohn“ erklärt, er müsse nun dir die Hand geben und seinen Namen sagen. 

 

Deine Einkäufe sind verstaut und ein Auto parkt neben dir. Ein Mann steigt aus und  erkundigt sich, woher wir den mit diesen überladenen Motorrädern kommen und du meinst nur kurz: Österreich. Er war lange Zeit in Deutschland stationiert und hat dort so viel Gastfreundschaft erlebt, dass er diese gern dir weitergeben möchte. Außerdem meint er (in ausgesprochen gutem Deutsch), es wäre sowieso viel zu heiß um die Nacht im Zelt zu verbringen. Oh wie wahr... hier im mittleren Westen herrscht gerade eine Hitzewelle und so hat es an die 40 Grad. Du folgst ihm vom Parkplatz des Einkaufhauses und gelangst nach einer 5 minütigen Fahrt zu seinem Haus. Das Motorrad kannst du in der Garage parken. Er sieht dir an, dass du dich etwas erholen und duschen musst, so zeigt er dir gleich dein Zimmer und dein Badezimmer im klimatisierten Haus. 3 Hunde und drei Papagei begrüßen dich ebenso und somit bist du nun mitten im Geschehen. Nach einer Dusche und kurzem Internet Check, zaubert Allen für dich ein hervorragendes Abendessen und im Anschluss erzählen wir uns gegenseitig Geschichten bei einem Gläschen Wein. Allen und Margaret (seine Frau) leben von der und für die Musik und so können sie dir auch noch Tipps für unseren nächsten Stopp in dem Musikstaat Tennessee geben.

 

DANKE Allen - DANKE Margaret 

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Mo

02

Sep

2013

Iiiiii – HA! Rodeo in Cody

„Iiiii – Ha“, ja, so rufen sie, die Cowboys und wir folgen ihren Rufen… Es herrscht eine großartige Stimmung

hinter uns. Hinter uns bedeutet, dass 800 Menschen

(vonden insgesamt 1800 Zuschauern) sich hinter

unseren Rücken auf die hochsteigenden Tribünenbänke sitzen und mit ihren Stiefeln im Rhythmus von AC DC, Queen, ZZ TOP oder Bruce Springsteen – Songs aufstampfen. Die Stimmung wird somit akustisch schon mal aufgeheizt und immer wieder kommen „Iiiii –Ha“ –

Rufe vom Publikum. Unter uns beginnen die Männer sich auf einen Ritt auf einen Hengst oder Stier vorzubereiten. Sie dehnen sich, hüpfen um sich warm zu halten, legen Bandagen an den Armen an… Cowboystiefel, Jeans, kariertes Hemd und  ein Cowboyhut – das Outfit eines Berufscowboys. Es werden die ersten Junghengste über einen eigenen schmalen Zugang zu den Cowboys getrieben, die diese Tiere dann auch entsprechend satteln. In der Zwischenzeit wird das Spektakel eröffnet. Junge Cowgirls im Stars and Strips-Outfit und der amerikanischen Flagge reiten in der Arena eine Choreographie, danach singt eine junges Cowgirl die Amerikanische Hymne – natürlich hat sich auch mittlerweile jeder von seinem Sitz erhoben - und es folgt ein Gebet zur Beschützung der jungen Männer, die demnächst mit Sicherheit „abheben“ werden. Ein Amen schließt das Gebet und jeder setzt sich, klatscht, schreit „ Iiii – Ha“ und stampft mit den Boots nochmals so richtig auf! Und nachdem noch alle Sponsoren genannt, alle Organisatoren hervorgehoben und die Arena von diesen verlassen wurde, beginnt auch schon der erste kühne Cowboy seinen Ritt auf einem Pferd, dessen Unterleib (unter anderem auch der Hoden) mittels Seil bei Öffnung des Gittertores nochmals gequetscht wird, damit er auch recht „buckelt“.

Es dauert keine 10 Sekunden und der erste „Ritter“ des Turniers liegt auch schon am Boden. 2 weitere Reiter in der Arena sorgen sofort dafür, dass das zu recht wütende Tier, so schnell wie möglich dieses Seil um seinen Unterleib verliert - sie reiten neben dem Gaul her und öffnen mit geschickten Fingern das Seil und danach trabt das Pferd gemütlich aus der Arena. Es folgen weitere 8 solcher Ritte und kein einziges Foto gelingt… zu schnelle Bewegungen von Reiter und Tier für unsere Kameras - kein einziges Bild wird scharf. „Iiii-Ha“ Rufe, stampfende Stiefeln und klatschende Hände beenden diesen Bewerb, wobei der Sieger im Anschluss gleich seine Medaille erhält.

Es folgt der Bewerb: Kleines Kalb läuft vor dir, du sitzt auf dem Pferd und fängst dieses Kalb mit deinem Lasso – anschließend runter vom Pferd und stürzt dich aufs Kalb – danach bindest du mit geübten Griffen die Beine aneinander, so dass das Kalb nicht mehr aufstehen kann…. Die Stoppuhr läuft ab dem Loslaufen  des Kalbes bis zum Stillliegen des Kalbes. Danach wird das Kalb wieder losgebunden und läuft am anderen Ende der Arena wieder zu seinen Kollegen… und los…. Ein Drittel der angetretenen Cowboys wirft daneben, der Rest  kriegt alles hin, aber nur der schnellste „Lasso- und Knüpfcowboy“ gewinnt. Der Ehrung erfolgt auch hier sogleich. Auch Cowgirls üben diesen Bewerb (aber ohne Kalb fesseln – nur Lasso werfen) aus, aber im Gegensatz zu den Herren trifft ein Drittel und der Rest eben nicht. Danach folgt der Bewerb von Jungstieren Ritt, der genauso gehandhabt wird wie der Pferderitt. Danach steht wieder ein "Lasso- fang den Jungstier, Bewerb“ auf dem Programm,  wobei 2 Reiter ein Kalb bedrängen – einer wirft das Lasso über den Kopf und der zweite über seine Hinterläufe… so kann man auch im „realen Alltag eines Cowboys“ schwerere Rindviecher für eine Markierung ruhigstellen. Und immer wieder nicht vergessen: AC DC dröhnt aus den Boxen, Stiefeln stampfen auf den Holzboden auf und „Iiiii – Ha“ Rufe vermischen sich in der Luft mit den aufgewirbelten Staub von den Ritten unter unseren Augen – mittlerweile große Stiere (Königsdisziplin: das Bullenreiten!), die die Cowboys schon nach 5 Sekunden abwerfen und danach auch auf sie wütend losgehen. Hierfür stehen 3 „Clowns“ in der unmittelbaren Umgebung bereit, den Stier von seinem eigentlichen, am Boden liegenden, Peiniger abzulenken und ihn durchs Tor zu „führen“. Zum Abschluss gibt es noch ein Geschicklichkeitsrennen für die Cowgirls – 3 Tonnen in den Farben der US-Flagge sind die Hürden, die umrundet werden müssen – die Ruten schwingen und die Eisensterne am Absatz der Cowboystiefeln drücken sich fest ins Fell der Pferde…. Die Lautstärke der „Iiii – Has“ wird immer lauter, wobei das Rennen der Cow-Kids doch eher beklatscht wird und bei einem 4 Jährigen, der alles im hinreißenden Trab statt Galopp und während der Hindernisse in das Publikum winkt, auch etwas belächelt. Apropos Kids…. Ein Wettbewerb mit Kleinstierreiten  gab es auch für Burschen um die 10 Jahre alt, die mit Schutzanzug und Footballhelm ihren 3 Sekunden Ritt vollbrachten…. Der Nachwuchs ist da und die Tradition wird hier wohl weitergelebt, was würde wohl ein Cowboy dazu sagen? „Iiii – HA“!!!!

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Sa

24

Aug

2013

„Alaska Highway“

„Alaska Highway“         DawsonCreek,20.08.2013


Immer wieder fahren wir auf irgendwelche Straßen mit irgendwelchen Namen in irgendwelchen Gegenden. Ob es die „Carretera Austral“ in Chile, die von Pinochet erbaut wurde oder die „Ruta 40“ in Argentinien, die von Nord nach Süd reicht und auf der Che Guevara mit einem Motorrad als Jüngling sein Land erkundete, oder die „Panamerika“ an und für sich, sowie auch die legendäre „Route 66“ in den USA ist, jede hat einen Hintergrund und eine Geschichte… als Beispiel die Geschichte des

 

„Alaska Highways"

 

Wir erreichten diesen besagten Highway zum ersten Mal, als wir in Alaska einreisten und von Tok Junction Richtung Norden die“ letzten 120Meilen (ca. 200km)“ der

insgesamten 1422Meilen (also ca. 2,290km) bis Delta Junction (dort mündet der Alaska Highway in den Richardson Highway nach Fairbanks) Anfang August fuhren. Mitte August trafen wir nun wieder auf diese Straße und dieses Mal blieben wir auf ihr bis zum Ende bzw. zum Anfang dieses Highways… dort wo alles begann: Dawson Creek!

1941 – Die Japaner bombardierten Pearl Harbor und USA sowie auch Kanada wurde bewusst, wie wenig sie ihre
Gebiete im Norden (oberhalb von Dawson Creek) und vor allem Alaska (mit allen Rohstoffen) militärisch beschützen konnten. Sie brauchten eine sichere, stabile Versorgungstraße in ihre nördlichen Landesteile, um militärische Güter schnell und flexibel transportieren zu können. Natürlich alles so schnell wie möglich:
In 8 Monaten und 12 Tagen arbeiteten an diesen 2290km mit ihren 133 Brücken 11 000 US Soldaten, und 16 000 amerikanische und kanadische Zivilisten, die folgender Maßen angeheuert wurden: „Men hired for this job will be required to work and live under the most extreme conditions imaginable. Temperatures will range from 90 degrees above zero to 70 degrees below zero. Men will have to fight swamps, rivers, ice and cold. Mosquitoes, flies and gnats will not only be annoying but will cause
bodily harm. If you are not prepared to work under these and similar conditions, do not apply. “

Recruitment poster for the Alaska Highway Construction Project (aus Dawson Creek Visitor Guide 2013)


Übersetzung (inhaltlich):
„Männer, die sich bewerben möchten, sollen sich vorstellen, dass sie unter extremsten Bedingungen arbeiten und leben. Die Temperaturen werden von 90 Grad über Null bis 70 Grad unter Null liegen. Männer müssen Sümpfe, Flüsse, Eis und Kälte bekämpfen. Mosquitos, Fliegen und Mücken werden nicht nur lästig sein, sondern körperlich schädigen. Wenn Sie nicht bereit sind, unter diesen und ähnlichen Bedingungen zu arbeiten, melden sie sich nicht.“

 

Am 20. November 1942 wurde der Alaska Highway für das Militär eröffnet – 1948 für den öffentlichen Verkehr freigegeben.

 

Der „Alaska Highway“ liegt nun hinter uns. Auf Grund dieser grandiosen Leistung tausender Menschen
konnten wir 70 Jahre später gemütlich und sanft durch diese herrliche, einsame und grüne Wildnis fahren. Obwohl wir auf der „Hauptstraße“ uns bewegten, sahen wir Schwarzbären, Büffeln, Karibus, einen Wolf, einen Fuchs, sowie Steinböcke im Northern Rockies- Gebirge usw. am Straßenrand. Diese Distanz war für uns – gemütlich auf dem Motorrad – schon unendlich lang und körperlich auslaugend. Die Erreichung der Versorgungsstätten (bestehend aus 1 – 10 Häusern) war auch oft nur mit Befüllung unserer Zusatzkanister möglich. Teilweise saugten uns die Moskitos aus, so dass nur noch die Flucht in unser Zelt der einzige Ausweg war.
Da stellt sich 2290km lang nur eine Frage: Wie musste es erst 1941 beim Bau der Straße für diese Menschen gewesen sein?

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Fr

16

Aug

2013

Glück, Pech und andere Begegnungen

Glück, Pech und andere Begegnungen               Anchorage, 07.08.2013


Glücklich kommen wir in Anchorage an. Es ist alles sauber, groß und, wie schon bekannt, ohne Fußgänger. Später erfahren wir, dass nur Obdachlose, sowie Leute, die ihren
Führerschein auf Grund eines Alkoholproblems  verloren hatten und wir die Gehsteige zum Gehen benutzen. Dafür benutzen wir nie die „Drive in – Bankomaten“, welche wie ein „Drive in McDonalds“ funktionieren, nur dass man nicht eine Bestellung an eine sympathische Stimme abgeben muss, sondern direkt zu einem Kasten fährt in den man die Karte steckt, den Code eintippt, den gewünschten Betrag eintippt und weitere Anweisungen des Kasten befolgt, bevor einem die Scheine aus einem Schlitz entgegengeschoben werden… und alles bequem sitzend im
eigenen Fahrzeug…

Also zurück zur glücklichen Ankunft in Anchorage, wo wir zielsicher und exakt den einzigen Harley Davidson Händler der Stadt ansteuerten… nein, Liehrly hat sich doch noch
nicht durchgerungen die Transalp umzutauschen… nein, der Grund ist einfach und plausibel: Harley Davidson bietet für Motorradreisende (alle Marken erwünscht) einen kostenlose Möglichkeit (incl. kostenlosen Kaffee) zu Campen, wobei aucheine WC-Anlage und heiße Duschen kostenlos zur Benützung bereit steht, an… na,
das klingt ja nach Glück im Glück! Nun wir sind nicht die Einzigen, die dieses Glück im Glück zu schätzen wissen: da stehen auch schon andere Zelte vor Ort und so befestigen wir unsere Burg neben den anderen Burgen. Im Anschluss des Harley Davidson Gelände befindet sich auch eine Anlage  eines Motorradtouren Anbieter namens „Motoquest“ und so entschließen wir uns – da auch gerade
eine Reisegruppe vor Ort (und somit auch Angestellte) ist- dort nachzufragen, wo wir möglicherweise einen Vorderreifen für unsere Transalps finden können.
Nach ca. 14 000km ist nun die Fahrtauglichkeit des Conti TKZ 80 hinüber – komisch unförmige und kantige Rückbildungen des Profils fordern einen Wechsel. Nun gut, die Angestellten sind zwar etwas im Stress , aber irgendwie kann Liehrly gleich zwei Reifen bei ihnen
kaufen und aufziehen lassen… er muss nur die Räder zum Laden bringen… Gesagt und getan und eine halbe Stunde später sind die Transalps vor unserem Zelt, das vor dem großem Harley Plakat platziert ist, ohne Vorderräder… In der Zwischenzeit sind auch die anderen „Burgbesitzer“ eingetroffen. Da war einmal Steve aus USA, der Motorradreisender und Journalist und seit Mai schon in Alaska ist. Er gibt ganz offen zu, dass er Journalist ist, da ja eh alle anderen nur Bücher schreiben… wie wahr, wie wahr… 
Unsere Nachbarburg wird beherrscht  von Ralf – einem grauhaarigen, leicht muffig- riechenden BMW 650er
Fahrer – der gleich mal vor uns kniete, um bei den Transalps die Kettenspannung und die Bremsen zu überprüfen. Danach kam eine Moto Guzzi angefahren, die wir im ersten Augenblick nicht als Moto Guzzi erkennen, denn das Design ist uns unbekannt und nicht gängig. Die optische Veränderung, gewollt und bewusst so massiv gewählt, ermöglicht, dass das englische Pärchen 
Ryan und Kate seit 3 Jahren durch die Welt von Asien und Australien gleiten – mit all ihren gewünschten Komfort. Jetzt in Alaska gelandet, nehmen sie Amerikas in Angriff. Wow, was man alles mitnehmen kann, aber die Fahrfreude bleibt möglicherweise auch etwas auf der Strecke….

Während wir uns noch einen weiteren Tag in und um Anchorage umsehen, beginnen die anderen schon ihr Hab und Gut in Säcken zu stecken, denn sie möchten weiter und so verbleibt nur wenig Zeit zum Reden, wobei auch der Himmel seine Pforten öffnet und uns den „nichterwünschten“ Regen sendet, der uns in der kommenden Nacht auch noch regelrecht „überschwemmt“… so ein Pech, aber auch…

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So

04

Aug

2013

Dalton Highway – Deadhorse

 Dalton Highway-

Deadhorse                    Fairbanks, 03.08.2013

 

Wie ist es, wenn du von einem Ende der Welt auf die andere Seite der Welt fährst? Wie ist es, wenn du nach 44 557km am Ende eines Weges stehst? Wie ist es, wenn nach 9 Monaten der Weg in den Norden zu Ende ist? Wie ist es, wenn du ein Ziel – das einmal ganz weit weg war – erreicht hast? Wie ist es, wenn du dort stehst und dir das Adrenalin eine solchen Kick gibt (ohne Drogeneinfluss bitte!), dass alle Rücken-, Nacken- und Handgelenksschmerzen der letzten Monate einfach verblasen? Es ist einfach großartig! Es ist genial! Es ist unglaublich! Es ist atemberaubend und unsere Zähne strahlen um die Wette mit der Sonne! Aber im ersten Moment kommen wir uns etwas hilflos in Deadhorse vor, aber mal von Anfang an…. Der „Dalton Highway“
liegt vor uns und hinter uns liegt eine kurze Nacht. Die Nächte sind hier verdammt kurz, denn die Sonne geht erst um 23 Uhr unter dafür schon um 04:00 Uhr auf… verdammt kurz… aber wir sind froher Stimmung und durch die Aufregung auch schon etwas aufgeputscht, wobei auch Unsicherheit (In welchem Zustand wird die Piste sein?) sich mitmischt.
Der „Dalton Highway“ ist eine 660km „Sackgasse“ zum Ort „Deadhorse“, welche im Grunde ein ausgebautes Fabrikgelände einer Erdölfirma mit Containerunterkünften ist. Er, der Highway, gehört für viele zu den abenteuerlichsten Strecken in Alaska - nicht ohne Grund, denn von den 660km sind 120 km Asphalt und die Länge von 440 km ist reine Erdpiste, die bei Nässe einfach nur zu einer Schlammpiste wird. Das Wetter entscheidet über ein Vorwärtskommen oder eine Zwangspause… und das Wetter kann sich von einer Stunde zu nächsten wandeln. Hinzu kommt auch der Faktor, dass es entlang dieser 660km genau 2 Tankstellen gibt und nicht mehr… ach ja, und viele Baustellen, wo Arbeiter und -Innen versuchen innerhalb von 2 schneefreien Monaten Pistenschäden zu reparieren. Ursprünglich war der Dalton Highway nur für die Versorgungsfahrzeuge der Trans-Alaska-Pipeline, die von Deadhorse (entlang dieses Highways) bis nach Valdez (Tankeranlegestelle) geht, bestimmt und Mitte der 1990-er Jahre wurde er für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Wir begeben uns also um 8:00 zuerst einmal auf 134km Asphalt, die zum Anfang des Dalton Highways führen. Der Himmel ist blau und die Sonne schickt uns wärmende Strahlen, wobei wir schon länger erstaunt sind, dass es hier in Alaska so warm ist. Nachmittags hatten wir in den letzten Tagen immer um die 25 Grad. Bei einem Gespräch an der letzten Tankstelle erfuhren wir, dass es um ca. 15 Grad zu warm sei, als üblich… auch hier spürt man die Klimaveränderung…

Jedenfalls geht es ab dem Schild: „Dalton Highway“ schon mal los mit einer Piste, die frisch mit Kies aufgeschüttet wurde und uns ganz schön durchrüttelt. Es ist lange her, dass wir solche Straßen befuhren… Schlaglöcher und Wellblechrillen vom LKW Verkehr und der lose Schotter erschweren doch das Vorwärtskommen, aber nach einigen Kilometer kommt unsere Routine auf diesem Untergrund hervorgekrochen und es macht wieder richtig Spaß. Das einzige, das unsere Freude etwas dämpft, ist der Staub, der durch die entgegenkommenden LKWS vom trockenen Kies aufgewirbelt wird. Aber auch dies geht vorbei, als der Kies verschwindet und nur noch eine Erdpiste vor uns liegt. Sie ist fest, trocken und hart… wie Asphalt und neben der Sonne blinzeln nun auch unsere Zähne hervor. Nach 80km mit Aussichtspunkte auf die Pipeline kommt eine Holzbrücke über den mächtigen Yukon River und danach gleich eine Tankstelle. Wir tanken wieder alles auf, trinken eine Cola und weiter geht es. Einige Motorradreisende und Trucks sind unterwegs, an sonst sind wir alleine in den Wäldern und entlang der Piste. Bis zum Artic Cricle (Polarkreis = der südlichste Punkt, an dem die Sonne an den Tagen 21.6. gerade nicht mehr untergeht bzw. 21.12. nicht mehr aufgeht. Die Gebiete nördlich des Polarkreises werden bereits der Arktis zugerechnet!) ist es nicht mehr weit, aber um das perfekte Foto zu erhalten, braucht es einige „Sprünge“ (siehe Foto –Spezial). Danach kommt Coldfoot – die letzte Tankmöglichkeit und offizielle Schlafmöglichkeit für die nächsten 400km. Beim Tanken unterhalten wir uns mit 2 Burschen, die von Deadhorse kommen und sie berichten über Matsch und furchtbaren Straßenverhältnissen. Ihr Auto sieht dem entsprechend verschlammt aus… na bravo… Wir finden einen Platz am
Campground und verkriechen uns gleich mal, denn die Moskitos sind riesig, übermächtig und durstig…
Nach einer neuerlichen kurzen Nacht und (auf Grund der übermächtigen Anzahl von Mosquitos) eines kurzen Frühstückes geht es für uns weiter. Neuer Morgen – neues Glück… 400km Piste liegen vor uns. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint und zu unserem Vergnügen bleibt sie treu an unsere Seite – bis sie nach 23 Uhr wieder für kurze Zeit untergeht… Wir befinden uns also wieder auf der Piste und gelangen über den Atigun Passes (1400) in das flache Tundra Gebiet… wir verlassen die Bäume und Berge und eine unglaubliche Ebene breitet sich vor uns aus… sie schimmert in den unterschiedlichsten Grüntönen, dazwischen blühen violette und weiße kleine Blüten, sowie kleine und große blaue Seen durchbrechen das Grün. Als die Piste wieder einmal „etwas weicher“ wird, leeren wir das Benzin aus den Kanistern in den Tank, um auch das Gewicht von den Hinterreifen zu verlagern. Die letzten 30 km fliegen wir direkt nach Deadhorse… es zieht uns an, obwohl die Piste doch immer wieder schlammig ist und wir auch kämpfen müssen, gleiten wir Deadhorse entgegen und dann sind wir da… wir sind endlich da… Riesige Baustellenfahrzeuge empfangen uns. Wir suchen nach der Tankstelle – winzig klein und man kann es kaum glauben: hier, wo das Öl quillt, gibt es nur 87 Oktan Benzin zu kaufen… ist ja unglaublich! In einem Container finden wir auch ein Geschäft, wo wir etwas einkaufen. An Hand eines „Stadtplanes“ gelangen wir  an ein Containerhotel, um eine Kleinigkeit zu essen. Nachdem wir über unsere Schuhe Schmutzhauben stecken und unsere Hände desinfizieren, dürfen wir dieses Hotel auch betreten, wobei wir uns fühlen, als wären wir in einer Schiffskantine gelandet – alles etwas verwirrend. Da das Wetter nach wie vor auf unserer Seite ist, die Sonne noch lange am Himmelszelt steht und wir viele möglichen Plätze entlang der Piste zuvor zum Nächtigen sahen (sollten wir es bis Coldfoot nicht schaffen), verlassen wir wieder die schlammigen Straßen Deadhorses, die Containerstadt der Arbeiter… der nördlichste zu befahrene Ort Alaskas…

Die Rückfahrt bis Coldfoot (wieder 400km Piste retour – denn wir haben auch dieses geschafft – 800 Pistenkilometer an einem 15 Stundentag) ist unglaublich… schon beim Essen sprechen wir über: nicht müde sein, denn irgendwie fühlen wir uns total gepuscht und dieses Gefühl verstärkt sich mit jedem Kilometer, denn wir Richtung SÜDEN fahren… das Grinsen wird breiter, je weiter wir nach Süden fahren… die Farben der Gräser sind intensiver, mit jedem Kilometer Richtung Süden… und dann sehen wir noch eine Herde freier Bison 200m entfernt von uns… es folgen noch Karibus, Erdmännchen und Elche…Auch wenn wir im Grunde die Strecke schon gefahren sind, aber: die Sonne steht schon tiefer - die unglaubliche Kraft ihrer Strahlen auf die Berge vor uns, lässt unser Glück unermesslich erscheinen und so ist es. Auch wenn uns die Unterarme von der langen Fahrt schon schmerzen, dämmt dieses Glück diese Schmerzen… Es ist nicht messbar, es ist nicht festzuhalten, es ist nicht auf einer Skala erkennbar, es ist nicht beschreibbar… aber es ist UNGLAUBLICH – so wie die letzten 9 Monate!

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Sa

20

Jul

2013

„Viva Las Vegas“ – „Es ist viel zu heiß“ - „Der Himmel so blau“ – Medley


„Viva Las Vegas“ – „Es ist viel zu heiß“ - „Der Himmel so blau“ – Medley


Medley aus:

„Es ist viel zu
heiß“ aus „Kiss me Kate“ Hörprobe: http://www.youtube.com/watch?v=ZbaxsQcmc8w

 

„Viva Las Vegas“ von
Elvis P. Hörprobe: http://www.youtube.com/watch?v=uPuKoqu6kMk

 

„Himmelblau“ von Die
Ärzte Hörprobe: http://www.youtube.com/watch?v=tZwTeyw8c8g

 

 Du hast ausgezeichnet gefrühstückt und beim Auschecken lief auch alles glatt. Du bist auf dem Weg zu deinem Motorrad, das bepackt auf dich wartet. Du bist bereit weiter zu fahren und legst daher die letzten Teile der Schutzbekleidung an. Du beginnst schon zu schwitzen, denn es hat bereits über 35 Grad im Schatten und trotzdem flutscht der Helm über deinen Kopf – wupps und drauf ist er. Die Jacke bleibt halbgeöffnet und du erwartest sehnsüchtig einen erfrischenden Fahrtwind, denn deine Hoffnung, er könnte die kleinen Schweißperlen, die nun schon entlang deines Kehlkopfes auf dein Brustbein rinnen, einfach weg wehen…


Es geht los. Du drehst den Zündschlüssel um. Du drückst auf den Startknopf. Dein Motorrad läuft und schnurrt. Du willst raus aus der Stadt, denn schon bei der dritten roten
Ampel schaltet sich das Gebläse der Kühlung hinzu… „Es ist viel zu heiß… viel zu heiß…“ Aber du hast noch ein Foto zu machen und wählst daher den Weg zum weltberühmten Begrüßungsschild „Welcome to fabulous Las Vegas Nevada“. Dort angekommen, machst du gleich Fotos mit deinem Motorrad und plötzlich steht „Elvis“
neben dir und fragt dich, ob er helfen kann… ob du eine Wegbeschreibung brauchst… du lächelst den Doppelgänger an und fragst anständig nach der Ausfahrt und „Elvis“ erklärt dir, wo es lang geht… „Viva Las Vegas, viva Las Vegas…“ Mit ohrenbetäubenden Gesang unter deinem Helm (Viva Las Vegas) fährst du raus aus der Stadt und rein in die Wüste. Die zweispurige Straße führt dich vorbei
an eine Hügelkette, von der Rauch aufsteigt und nun erkennst du auch die Waldbrände, von denen schon ständig im TV berichtet wurden… „Es ist viel zu heiß, viel zu
heiß“ und Zeit zum Tanken. Die nächste Tankstelle ist nicht weit und da steht sie ganz einsam in der Wüste. Sie ist grün… nein keine BP Tankstelle… sie ist
grün und innen sowie außen mit Aliens Bilder bemalt und verziert. Während du den zuvor bezahlten Benzin in deinen Tank fühlst, glaubst du dich zu erinnern, dass du mal was von einer möglichen Landung eines UFOs in der Wüste Nevadas gelesen hast… oder war das doch der Felix Baumgartner und du schaust in den Himmel und erkennst… „Der Himmel ist blau, so blau, so blau, so blau…“ und es
ist auch noch „viel zu heiß, viel zu heiß“. Es geht weiter! Du fährst vorbei an 3 Abzweiger ins Death Valley und weißt: „es ist viel zu heiß – viel zu heiß“ und deine Schweißperlen haben mittlerweile dein T-Shirt um einen Farbton
verdunkelt, aber was soll`s und so fährst du weiter entlang der Hügelkette, die dich vom Death Valley trennt… „Es ist viel zu heiß, viel zu heiß“ und der „Himmel
ist blau, so blau, so blau, so blau…“ Du gelangst zu einer weiteren Abzweigung, die dich über eine Passhöhe und einer kurvigen Straße zu deinem angepeilten
Wunschort bringen soll. Das Schild „nächste Tankstelle in 90 km“ lässt dich kurz deine Schweißperlen vermehren – was Außenstehenden nicht wirklich
auffallen würde – aber du denkst dir: „des geht schon“, denn der „Himmel ist blau, so blau, so blau, so blau…“ ja bis deine Reserve aufblinkt und dein GPS
Gerät dir anzeigt: 50km bis zur nächsten Tankstelle… Etwas versteift, angespannt und strinfaltig ziehen die Kieferwälder an dir vorbei, denn du hast die
Passhöhe erreicht und als du das Wüstental vor dir liegt, lächelst du schon wieder und bezahlst das begehrte und überteuerte Benzin. Du setzt, nachdem dich ein
Einwohner auf Deutsch anspricht und dir erklärt, dass er 19555- 1957 in Deutschland stationiert war und dir seine Telefonnummer gibt, deine Fahrt fort.
Weitere Pässe, wobei du eine Höhe von 2800m erreichst, folgen und die herrliche, kurvige Straße entlang von Kieferbäumen bereitet dir unglaubliche Freude.
Die folgenden Ausblicke sind sagenhaft. Du fährst auf die Sierra Nevada zu und erkennst, dass  in den Gipfeln am Horizont noch Schneefelder liegen… „Der
Himmel ist blau, so blau, so blau, so blau…“ und die Welt kommt dir grandios vor… Dein Lächeln schmilzt, wie die Schneefelder, als die Außentemperatur
wieder auf Grund der Höhenmeterreduzierung steigt und du wieder beginnst, dich klebrig zu fühlen. Die letzten 60 km von deinen heutigen 580km ist es wieder
mal „viel zu heiß, viel zu heiß… Nach dem Zelt aufstellen und Essen einkaufen folgt das Verspeisen der Mahlzeit und die Gedanken drehen sich um den heutigen
Tag…
35 Grad und Verabschiedung von Elvis danach Zwischenlandung bei den Aliens in der Wüste
Nevadas, sowie Pässe und zum Schluss schläfst du in einem kühlem Tal und oben liegt der Schnee… Da soll noch einer sagen: Amerika ist langweilig … so wie ein
Motorradmedley!

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Di

09

Jul

2013

Amerikanisches Frühstück gewünscht?


Amerikanisches Frühstück 
gewünscht?
                Las Vegas, 08.07.2013


Nun ja, die Erfahrungen über diverse Frühstücksvarianten, – wünsche, -gewohnheiten oder -traditionen sind wohl oder über Generationen weitervererbt, weitergelebt, weitergegeben und weiterübergeben worden. Wobei sich doch über Generationen doch einiges auch wieder verändert hat, denn auch bei uns ist das morgendliche Kochen von Polenta oder Frühstückssterz (auch gerne mit einer „Sauren Suppe" serviert) über Generationen wohl irgendwo im Sande verlaufen, denn heute stehen ebenso
Cornflakes, Pops mit den ungewöhnlichsten Geschmacksrichtungen –ob natürlich oder nicht sei dahin gestellt- in den Regalen. Oder is(s)t man doch ein(e) traditioneller Butter-Marmelade - Semmel –Typ?
Oder darf es ab und zu auch pikant sein: Eierspeise, Wurst und Käse statt der Marmelade…. Mmmh, während des Schreiben läuft einem da schon das Wasser im
Munde zusammen, vielleicht nicht bei euch, aber bei uns, denn in letzter Zeit schaut`s nicht wirklich rosig mit einem guten Frühstück in den diversen amerikanischen
Lokalen aus… so lasst euch erzählen:

Das erste Frühstück, zum amerikanischen Einstand
so zu sagen, war ein Buffet mit allem was das Herz wünscht, außer Käse, Wurst und einem anständigen Brot, dafür gab es Pancakes (zu vergleichen mit einer 
Palatschinke – nur eben mit 1,5 cm Dicke), oder Toastbrot zum Toasten, Spiegeleier und Grillwürstel… wir aßen uns satt, denn dies war unsere teuerste Nacht/Unterkunft (incl. Frühstück) in unserm Leben und da musste wir das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen einfach geplündert werden… 
In einem Restaurant namens „Galaxy“ mit Bedienung, wobei man beim Eintreten zuerst an einem Stand warten muss, um dann einen Platz zu gewiesen zu bekommen - freie Platzwahl gibt es nicht... man wird zugewiesen. Wir bekamen einen Platz für 2 und die Speisekarte, wobei diese Speisekarte mit Gerichten so voll
geschrieben war, dass wir 2 mal die Kellnerin wegschicken mussten, bevor wir bereit waren Pancakes mit Johannesbeeren und einen Teller „French toast“ – ein beidseitig mit Zucker und Zimt bestreutes, getoastetes Brot - zu bestellen. Es kamen 2 RIESEN Portionen, die einfach unglaublich groß waren, wobei beides Gerichte waren, die eine „natürliche“ Süße enthielten, die es uns nicht erlaubte, mehr als die Hälfte zu verdrücken… eindeutig zu viel und zu süß für uns… und ab sofort wollten wir keine Pancakes mehr…

Unsere nächsten Versuche ein unserem Geschmack gerecht werdendes Frühstück zu finden, führte uns zu einem „Burger King“. Eine Lokalität, die es in jedem Ort gibt und auch immer von vielen Hungrigen aufgesucht wird - selbst um 7 Uhr morgens ist schon einiges los. Nun, wir standen also vor dieser Anzeigentafel für die morgendlichen Menus, jedoch waren wir etwas verwirrt… denn nur Eierspeise gab es nicht… alles war mit Pancakes über-, um- und untergeben… wir bestellen eine „Frühstücksplatte“… eine Eierspeise aus einem Ei, ein Faschierteslaiberl, eine Packung Kartoffelpuffer, 2 Pancakes, ein Briocheweckerl und einem Kaffee. Wir müssen hier doch nicht wirklich für euch festhalten, dass dies ein großer Fehlgriff von unserer Seite war, aber die Not macht erfinderisch…. Ein weiterer Tiefschlag folgte auch gleich ein paar Tage später, als wir versuchten
bei der 2ten Fast-food Kette namens „McDonalds“ eine ganz normale Eierspeise zu finden und was erhielten wir, nachdem wir wieder feststellen mussten, dass es
doch wir es waren, die einen exotischen Geschmack nachgingen, denn Eierspeise oder Marmelade suchten wir vergebens. Ja, was wir erhielten? Wir erhielten einen Burger mit einem Fleischlaibchen und der Käse trat in Verbindung mit dem Fleischlaibchen  und den 2  5cm-Durchmesser -Pancakes, so dass alles gut aneinander klebte… also dies war dann doch der größte Fehlgriff und somit stand fest: Frühstück wird ab sofort nur noch
selbst gekocht… dann gibt es Avocado-Brot, Eierspeise, Spiegeleier, Käse, Wurst oder auch mal ein Müsli… oder hier in Vegas: Frühstücksbuffet, aber Achtung: da gibt es auch schon Parniertes Fleisch oder Geschnetzeltes für die Spieler, deren "Spieltag" erst zu Ende ging...

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Sa

29

Jun

2013

Kultur- Konsumschock… im Alltag alles a bisserl größer…

Kultur- Konsumschock… im Alltag alles a bisserl größer…                                     Poway, 21.06.2013

 

Stell` dir vor, du kommst aus einem kleinen Dorf, welches in den sanften, geschwungenen Hügeln eines kleinen Staates im kleinen Europa liegt. Stell` dir vor, dass deine bisherigen Autos, die du sorgfältig ausgesucht und bezahlt hattest, aus einem Citrön AX mit 3 Türen und mit umklappbaren Fahrer- sowie Beifahrersitz (damit auch hinten wer sitzen konnte), sowie einen Renault Clio, der schon echte 5 Türen besaß und somit schon luxuriös gegenüber dem AX war, bestanden. Und noch was, stell´ dir vor… stell` dir vor, dass du die letzten 7 Monate nur eine geringe Anzahl  von Dingen– im Vergleich zum echten Leben – dein Eigentum nennen konntest. Stell` dir daher vor, dass du seit 7 Monaten mit wenig Habe durch Länder gereist bist, in denen du doch ab und zu mehr hattest als dein Gegenüber am Straßenrand, als die Standfrau, als das „Armbandverkaufsmädl“, als der Tankwart mit zerissenen Hose… du weißt, die Liste könnte unendlich lang sein, denn du kannst dir gut vorstellen, dass du seit 7 Monaten durch Ländern, in denen ein Haus auch nur aus einem Raum bestand, in denen ein Haus auch nur aus Brettern oder Plastiksäcken bestand, in denen Dienstleistungen wie Wäschewaschen um 2 Euro erledigt wurden, gereist bist… ja du kannst dir gut vorstellen, wie es war die letzten 7 Monate… Und jetzt, jetzt stell` dir vor, dass du in ein neues Land ankommst,… In einem Land, dass dich mit einer 4 spurigen Autobahn durch eine Metropole wie San Diego führt… manches Mal bist du auf einer Brücke und dann wieder sind 2 Brücken als Kreuzung über dir… Stell` dir vor, dass du dich am Motorrad festhalten musst, um nicht bei diesem Anblick der unzähligen Chevroletts, Jeeps, Dodges, oder den riesigen Harleys – oft mit Anhänger, der Goldwings, die vorne mit 2 Rädern ausgestattet sind, den Autobussen, die als Campingwagen dienen und zusätzlich noch einen Gebrauchsauto für den Alltag hinterher ziehen, den LKWS, die 3 LKW-Zugmaschinen hinter sich her schleppen vom Motorrad zu fallen … alles ist überdimensional groß, überdimensional teuer und überdimensional neu und zieht an dir vorbei. Auch die Dokumentationen über die wachsende Armut in den USA, die du zu Hause im Fernsehen noch gesehen hattest, ziehen an dir vorbei und du kannst sie im ersten Moment nicht bestätigen. Nun, und irgendwann ist auch die erste Fahrt, auf der du konfrontiert wirst mit Meilenangaben und ständig beim Umrechnen bist – ob Geschwindigkeiten oder Entfernungen, alles muss du im Kopf umrechnen - vorbei. Der erste Anblick und der erste Einblick in ein Land gehen zu Ende und der nächste Morgen bringt wieder Geheimnisse hervor, wobei du feststellst, dass du, nach dem vielen Spanisch, auch noch die Englische Sprache beherrscht, wobei immer wieder spanische Wörter sich mitmischen. Die Leute, die dir begegnen sind alle sehr nett und sehr hilfsbereit… ein „Hi“, „Hello“ oder „Good morning, how are you doing?“ geht allen einfach locker über die Lippen und wird noch mit einem Lächeln belohnt. Der Dollar fließt in Strömen und die Visakarte wird gezückt, doch in einige Geheimnisse musst du erst eingewiesen werden, sowie in das Geheimnis des Wäschewaschens.

Stell` dir vor, deine „7 Zwetschken“ – sprich deine Wäsche – drängen wieder darauf, gereinigt zu werden. Du hast zuvor schon einige Waschsalons gesehen und begibst dich in einer Stadt namens Poway zu einem solchen „Laundry“. Stell` dir vor, die Hauptstraße von Poway – eine kleine Stadt in der Nähe von San Diego – ist 4 spurig (2 Spuren nach Osten, 2 nach Westen) und diese Spuren sind voll mit Autos, dafür schlenderst du ganz alleine in dieser Stadt auf den Gehsteigen herum. Kein anderer Mensch hat das Bedürfnis zu gehen… die Gehsteige gehören dir… die anderen fahren, ob nur bis zur nächsten Ecke oder nur zum 500m entfernten Frisiersalon, diese Frage stellst du dir gar nicht… Ja, stell` dir vor, du findest einen dieser berühmten Waschsalons. Du stellst dir vor, dass es so ist, wie es die Spira seinerzeit in ihren „Alltagsg`schichten“ filmte. Menschen, die gemeinsam auf ihre Wäsche warten… und dann kommst du an, gehst hinein und bist alleine mit 30 Waschmaschinen und 15 Trockner. Du siehst zwei Geldautomaten – einen der Scheine in Münzen wechselt, den diese großen Maschinen werden nur mit „QuarterDollars“ gespeist - und einen, der beim Einwurf von 4 Münzen eine Packung Waschmittel für einen Waschgang ausspuckt. Nun stell` dir vor, es ist niemand da, den du fragen könntest, daher steckst du gleich mal einen 5 Dollarschein rein und kriegst 20 Münzen raus. 4 davon für das Waschmittel und 8 für die Waschmaschine… alles rein damit und Deckel zu und dann drückst du den On-Knopf. Nach wie vor bist du alleine, aber der Parkplatz füllt sich wieder mit diesen riesigen Pickups und Autos. Ein BMW gehört da schon zu den kleineren Fahrzeugen… Während die Waschmaschine läuft, gehst du einen Sprung in den Supermarkt, um eine „Kleinigkeit“ einzukaufen. Die überdimensionalen Einkaufswagen, die mindestens 1/3 größer sind, als du es gewohnt bist, erwarten dich schon im Eingang, wobei auch kleine einsitzige Golfwagen ohne Dach, für jene, die einfach schwer gehen, bereitstehen. Du denkst, wie freundlich der Laden gegenüber von Pensionisten und Behinderten ist. Und gleich darauf triffst du im ersten Regal schon auf ein Golfwagen und im wahrsten Sinn des Wortes: diese Person tut sich „schwer“ beim Gehen… mit diesem ordentlichen Gewicht geht man wirklich „schwer“ und dies leuchtet dir auch ein…

Stell` dir vor, du befindest dich auf einem Fußballfeld und die gesamte Fläche ist ein Lebensmittelgeschäft, wobei sich die Waren in keinem weiterem Regal wiederholen… also, wenn du da auch nur deine „Kleinigkeit“ sofort findest, bist du echt gut… du willst doch nur eine Flasche Wasser… Es dauert 20 Minuten bis du deine Flasche Wasser gefunden hast und weitere 15 Minuten, bis du dich von diesen überdimensionalem Warenüberschuss sattgesehen hast - denn du kannst es dir vorstellen: „Wer die Wahl hat, hat die Qual!“ Bei der Kassa die nächste Überraschung... alle Preise der Waren sind in den Regalen mit den Nettobetrag angegeben... also zahlst du immer mehr, als du glaubtest... Auch in Restaurants erblickst du die Nettopreise neben den Speisen  in der Karte, so dass das Endergebnis immer anders aussieht.

Du denkst auch an die Situation an der Tankstelle – die letzten 7 Monate wurdest du bedient, nun musst du vorher deinen benötigten Benzin bezahlen und selber zapfen, wobei du anfangs nicht sicher bist, wie viel du denn nun benötigst… 10, 15, 20 Dollar? Sind wie viel Gallonen? Sind wie viel Liter? Und wie viel sind noch im Tank? Wenn du zu viel bezahlt hast, drehst du deine Zusatzkanister auf und gibst den Rest hinein… du brauchst ja eh immer Benzin für deinen Benzinkocher…

Zurück zu deinem Waschsalon und deiner frisch geschleuderten Wäsche, die du in den Trockner steckst, der nochmals 4 Münzen schluckt und dann zum Schleudern beginnt. Mittlerweile haben sich auch weitere Personen sich durchgerungen ihre Wäsche zu waschen. Einer verbringt die Wartezeit damit sein mitgebrachtes McDonaldsmenu zu verspeisen… die Hauptnahrungsmittelquelle vieler Amerikaner… und so beißt er in seinen überdimensionalen BigMAC, wobei er alles so gut managen kann, dass nicht ein Tropfen auf Finger oder Mundwinkel, geschweige denn Hose oder T-shirt trifft… ein geübter Kenner der Materie.

Die Wäsche ist fertig und du begibst dich wieder alleine auf den Gehsteigen zu deinem 500m entfernten Quartier und denkst an deine kleine und überschaubare Welt zu Hause…

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Do

20

Jun

2013

„… in 10 Jahren 4 Überschwemmungen“

„… in 10 Jahren 4 Überschwemmungen“                     Mulege, 14.06.2013

 

Nachdem wir vom Campingplatz entlang des Flusses zum 2 km entfernten Dorf Mulege spazierten und an einer unterspülten Asphaltstraße, die halb abgebrochen noch betretbar war, sowie an zusammengebrochenen Häuser, deren Außenmauern schräg zum Fundament in den Himmel ragten, kamen, fragen wir dem Campingplatzbesitzer Jorge, ob es hier einmal ein Erdbeben gab. Er lächelte milde und meinte: „Nein, kein Erdbeben, sondern Hurrikans sind schuld an den zerstörten Häusern und der Straße.“ „Und deshalb werden auch so viele Häuser zum Verkauf angeboten?“ lautete eine unserer weiteren Fragen, doch bevor eine Antwort kam, sprach Jorge weiter: „ Ja, seit 10 Jahren gab es nun schon 4 Überschwemmungen. Einmal kam der Tornado vom Golf von Kalifornien und „sein Auge“ kam auch über Mulege. Es war furchtbar und danach schwoll das Wasser im Fluss dermaßen an, dass er statt der jetzigen Breite - wie ihr ihn jetzt seht von 50m - plötzlich eine Breite von 500m hatte. Das Wasser kam vom Meer und drückte ins Landesinnere.“ „Weißt du, wann so ein Tornado kommt oder eine Überschwemmung?“ fragten wir nach und schon nickte Jorge und erzählte weiter: „Wenn ein Wirbelsturm im Golf von Kalifornien sich aufbaut, dann wird dies schon immer in den Nachrichten berichtet und wir können uns vorbereiten. Und wenn ein Hurrican vom Pazifik auf die Westküste trifft, dann regnet es in den Bergen so viel, dass der Fluss, der aus dem Untergrund der Berge ans Tageslicht bei Mulege tritt, die gesamte Menge des Regens frei gibt und wieder anschwillt.“ Und bereit seine Erzählung weiter zu verfolgen, lehnte Jorge sich an den Pfosten der Beschattung unter der wir saßen und sprach weiter: „Ja letztes Jahr im Oktober traf so ein Tornado die Westküste und der ausgiebige Regen hatte zur Folge, dass hier in Mulege – an der Ostküste der Baja California – unser kleiner Fluss wieder auf eine Breite von 500m stieg und gleichzeitig auch eine Überschwemmung folgte, die über dieses Fenster reichte.“ Jorge zeigte dabei auf ein 10m entferntes Haus, dass noch in einer Höhe von schätzungsweise 3-3,5m deutliche einen Farbunterschied aufwies. Jetzt erst wurde uns ein 500m breites Flussbeet und dessen Auswirkung bewusst und so fragten wir: „Dann muss ja das Restaurant, der Campingplatz ,die Zimmern im Bungalow - alles - unter Wasser gewesen sein?“ und als Antwort ein kleiner Schmunzler, der seine Zahnlücken, die eine größere Summe als die vorhandenen Zähne ergaben, freigaben und meinte: „Ja, dann steht alles unter Wasser. Bis rauf zum Haus bei der Einfahrt.“ Und zeigte dabei auf das ca. 120m entfernte 2 stöckige Haus, welches auf einer leichten Anhöhe über den Campingplatz stand. „Wenn wir erkennen, dass von Ost oder West wieder ein Hurrikan auf uns treffen könnte, beginnen wir alles weg zu räumen. Wir bauen die Wasserpumpe und die Poolpumpe aus und bringen sie in das Haus. Alle Tische und Sesseln kommen weg. Das Restaurant, hier am Flussufer, räumen wir komplett aus und die 10 Zimmer ebenso. Zum Schluss machen wir alle Türen und Fenster auf, damit nichts kaputt geht…“ Sein trauriger Blick schweifte in den Himmel und er meinte noch: „Wir können es nicht ändern. Es liegt nicht in unserer Hand. Das Wetter kommt und geht,… aber so oft wie in den letzten 10 Jahren… so oft war es nie zuvor… das Klima verändert sich, sagen sie…“ und irgendwie wirkte der 50 jährige Mann, dessen linkes Auge blind war, müde und kraftlos, und mit einem Seufzer fügte er hinzu, dass diese Unwetter oftmals nur 2 Stunden dauern aber ein Schaden verursachen, welcher Monate zur Restaurierung benötigt. Worauf unsere Blicke über die Anlage streiften und uns diverse Schäden an Palmen, Häusern und Wegen in der Umgebung bewusst machten, während wir diese „Unschönheiten“ als Schlampigkeit oder Faulheit zuvor abgetan hätten, war die Erklärung nun in diesem Gespräch gefallen. Wir wussten nicht, was wir darauf erwidern sollten… Sollten wir berichten, dass wir ebenso Überschwemmungen in unserem Lande erlebten, wobei hier wohl keine Sammelaktionen oder Unterstützungen vom Staat fließen. Sollten wir ihn fragen, warum er noch hier weiter lebt – auf einem Betrieb, der nicht einmal sein eigen ist, sondern seiner Frau und ihren 3 Brüdern gehört? Das ginge uns nichts an… so blieben wir stumm und hörten zu, wie er eifrig berichtete, dass mit nächster Woche alle Zimmer schon ausgebucht sein. Dann beginnen die Ferien und da es in Mulege so schön ist, sei es ein beliebter Ort zum Urlauben… bis, ja, bis die Hurrikan Saison im September und Oktober wieder beginnt, aber vielleicht bleiben sie dieses Jahr verschont…

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So

09

Jun

2013

Eine Honda Transalp oder ein alter Gaul?

Eine Honda Transalp oder ein alter Gaul?

 

He, ich bin`s … dein Motorrad. Ich bin ganz schön geschafft, aber das ist ja in Mexico nichts Neues. In Teotihuacán hatte ich ja einen Nachmittag Verschnaufpause, während du dir die Pyramiden angesehen hast. Ah, und das war richtig entspannend. Ich bin zuvor eine unglaublich öde Strecke – Stadtverkehr und dann ewig geradeaus zwischen riesigen Äckern, die zum Teil mit Pferdepflug und wenigen Traktoren bearbeitet wurden - gefahren… Eigentlich war es recht angenehmen aber etwas öde… ich will mehr! Die Nacht war erholsam und ruhig. Bis auf die Tatsache, dass mich ständig dieser reuige Kater, ob er echt was bereute, weiß ich eigentlich gar nicht, aber diese Eigenschaft gehört doch zu Katzen… die haben doch immer etwas ausgefressen oder? Letztens trug dieser Kater doch tatsächlich eine kleine Eidechse im Mund spazieren. Pfui Teufel, aber was soll ich mich schon groß melden, ich bin doch auch nicht wirklich nett anzusehen, wenn so die Fliegen, Mücken, Schmetterlinge oder Libellen an meiner ansehnlichen Frontseite kleben. Das muss echt widerlich aussehen. Die Tatsache, dass dieser Kater (ob reudig oder nicht) sich ständig auf mich setzten wollte und zwar so, dass seine Krallen sich in meine Sitzbank verhakten, war obendrauf noch durchaus unangenehm.

Nun eigentlich ging es mir in den letzten Tagen echt verdammt gut…. ich erhielt einen neuen Hinterreifen, tolle Ausfahrten in Oaxaca und Puebla standen an und die Fahrt durch hügelige Landschaft mit den unterschiedlichen Kakteen war auch grandios. Aber jetzt, hier in Guanajuato bin ich doch etwas geschlaucht… 380 Tageskilometer liegen hinter mir und ich bin wirklich geschafft, die letzte Fahrt… ja wie soll ich sie beschreiben? Ich empfand, ohne dass ich jemanden zu nahetreten oder verletzten möchte, sie zum größten Teil einfach nur grauenhaft, ja, und dies bis auf den Schluss! Am meisten macht mir hier in Mexico die Hitze zu schaffen. Sie ist während einer zügigen Fahrt recht erträglich, aber sobald ich schon ein Stadtgebiet, nein es reicht ein Dorf, erkennen kann, beginnt mein Kühlungssystem schon zu arbeiten und versucht mit Kühlflüssigkeit zu kühlen, was gekühlt werden soll bis dann auch noch Verstärkung auftritt und der Ventilator zur Kühlung der Kühlung einsetzt. Es ist mir unangenehm dieses Geräusch von mir zu geben, es hört sich an, wie das Hecheln eines überforderten Läufers, aber ich bin nicht überfordert - ich bin eine Honda Transalp… ein hervorragendes, ausgereiftes, modern designtes, flexibles und starkes Motorrad und ich nehme es mit jeder BMW, KTM, Kawasaki, Yamaha oder Suzuki auf. Ha, ich stelle mich der Gefahr und dem Abenteuer…. Ja, und so schaltet sich schon fast automatisch eben das Gebläse ein, wenn am Horizont ein Dorf auftaucht, denn dann ergeht es mir wie bei den meisten Menschen bei einem Anblick, der sie in Stress versetzt , der ihren Körper erhitzen lässt und sich daraufhin zur Kühlung Schweißperlen auf der Stirn bilden…. Ich falle regelrecht in Stress, den der Anblick eines Dorfes oder einer Stadt löst in mir einfach nur Panik aus… Panik vor den unzähligen „Topes“… den Mexikanischen Bodenschwellen. Mal gibt es sie breit und in sanfter Ausführung, dann sind sie schmal und hoch, so dass nichts daran vorbeiführt, dass ich einfach mit meinem Hauptständer aufsitze. Ich bin froh diesen „Zusatzballast“, wie ich meinen liebgewonnenen Hauptständer zuvor nannte, montiert bekommen zu haben. So ein Hauptständer ist schon was Feines, vor allem wenn ich wieder mal einen Patschen habe… keine Ahnung wie ich die Reifenausbauten in der Pampa ohne ihn überlebt hätte… Nun auch zum Schutz meines Auspufftopfes ist so ein Hauptständer optimal, aber er tut mir auch leid, kriegt alles auf den Deckel zum Schutz meines Deckels… aber zurück zum Start unserer Fahrt nach Guanajuato: zuerst ging es über kleine Landstraßen und durch kleine Dörfer, die sich dann rund um Mexico City zu immer größeren Städten entwickelten, d.h. die Abstände zwischen Dorfausfahrt und Dorfeinfahrt wurden kleiner, dafür wurde der Abstand zwischen Dorfeinfahrt und Dorfausfahrt immer größer, das hieß wieder für mich… meine Schweißperlen gingen gar nicht mehr weg, denn die Topes vermehrten sich auf eine unzählbare Anzahl. Vor jeder Bodenschwelle wurde an mir gezogen… links und rechts wurden meine Seitenstränge bis aufs Äußerste beansprucht und mit den Füssen bekam ich die Befehle von einer Bremsung und einer Gangschaltung nach unten, um mit einem sanften Schwung über diese Hügeln zu gelangen… und danach? Danach wurde wieder einen Gang raufgeschaltet und am Gasgriff gedreht… Nach 60km Fahrt in 2 Stunden habe ich mindestens 230 (bei 150 habe ich aufgehört zu zählen) Topes überquert – und wahrscheinlich hat mein Hauptständer 50 Schläge davon abbekommen – muss gestehen, dies ist eine Schätzung, ich habe die Schläge nicht mitgezählt, denn schließlich muss ich mich doch auch konzentrieren.

Stadtverkehr in Mexiko heißt: Topes vor jeder Kreuzung mit oder ohne Ampelregelung und Fußgängerübergänge, sowie ständiger STAU!!!! Also einfach ein Stop-and-go Verkehr und dies bei 30 Grad Wärme… so kriegte ich die Schweißperlen nicht weg und die Temperaturskala nicht unter 99Grad. Endlich die befreiende Entscheidung: Autobahn, die ist zwar gebührenpflichtig, aber was geht mich das an? Sollst du nur zahlen dafür, dass ich mich nach diesen 60 Kilometer fühle wie ein alter Gaul, der sich träumerisch an die Wellnesstage bei Sepp zurücksehnt, dabei bin ich noch jung, frisch und stark… eben eine Honda Transalp XL 700V in den besten Jahren… fühle mich aber doch ab und zu müde und ausgelaugt…. Ah Autobahn… nix denken und tun… Gang rein und geht …. Temperaturskala auf 83 Grad… optimal… aber nach 2 Stunden war mir echt fad. Immer das Gleiche war auch nicht wirklich nett, da half auch kein Tankstopp, aber ich konnte doch nicht alles haben… oder doch, denn so wie es aussah war es auch dir zuwider, oder warst du einfach nur zu knausrig die nächste Maut zu bezahlen? Jedenfalls kam ich runter von der Autobahn und nochmals durch ein Stadtgebiet – als hätte ich nicht schon genug davon – aber dann gelangte ich auf eine kurvige, gut asphaltierte Straße, die sich sanft über die feinen Hügeln, die in einem vertrocknetem, aber romantischen Strohgelb gehüllt waren, legte, und mir einen unglaublichen Fahrspaß empfangen lies, so dass mir, auf diesen letzten 70 Kilometer nach Guanajuato, einfach wieder klar wurde, dass ich eine Honda Transalp bin und noch lange kein fertiger Gaul, obwohl ich mir die Wellnesstage bei Sepp K. „aus alt mach neu“ sicher nicht mehr entgehen lasse….

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Mi

29

Mai

2013

Reifen in Mexiko? Niemals….

Reifen in Mexiko? Niemals….   

                                                               Oaxaca, 25.05.2013

 

„Und wie sieht es mit dem Erhalt eines Hinterreifens in Mexiko aus?“ lautete eine Frage von Mr. Li an den kanadischen Motorradfahrer bei einem Bier in Guatemala, worauf dieser einen Lachkrampf erhält und meint: „Niemals! In Mexiko sind Reifen mit der Dimension 130/80/17 Mangelware und so gut wie nicht vorhanden. Und wenn, dann ist es irgendein No-Name-Produkt, welches nach 5000km abgefahren ist.“ Nachdem er nochmals einen Lachkrampf über sich ergehen ließ, kam noch eine Empfehlung von ihm: „Ich, an eurer Stelle, würde nach Guatemala City zurückfahren und dort einen Reifen besorgen. In Mexiko gibt es nur einen in Mexico-City“… und dort wollten sie mit Sicherheit nicht hin… 25Millionen Menschen in einer Stadt, nein da wollten Mr. Li und Mrs. Chri nicht hin….

Eine Woche später verließen Mr. Li und Mrs. Chri San Cristobal de las Casas, wobei Mr. Li bei einem Mopedladen noch eine Adresse in Tuxtla für einen möglichen Motorradreifen, in schon beschriebener Dimension, erhielt. Dieser Laden in Tuxtla, dessen Theke und Lagerraum vollkommen vergittert, sodass die Verkäuferin hinter Gittern mit uns sprach, war, besaß zwar einen Reifen passender Dimension zum Verkauf, aber er war eben unbekannten und extrem grobstolligen, so dass er sich mit Sicherheit schnell abgefahren wäre. Die Verkäuferin wollte Mr. Li und Mrs. Chri auch nicht weiterhelfen, denn eigentlich wollte sie nur diesen Reifen unbedingt an den Mann oder die Frau bringen und sich nicht weiter das Leben schwer machen. Das Lachen des kanadischen KLR-Fahrers klang in den Ohren. Die Enttäuschung hielt jedoch nicht lange an, denn ein Kunde das Ladens erklärte sich bereit Mr. Li und Mrs. Chri mit seinem Moped zu einem anderen Laden zu bringen, nachdem er schon das Gespräch mit der Verkäuferin verfolgte. Dieser Laden, „motocity“ (aktueller Laden unter: motolandiachiapas@hotmail.com zu erreichen) genannt, war nach Mr. Lis Geschmack. Keine Gitter dafür eine Enduro im offenen Laden, links und rechts Helme und anderes Motorradzubehör, sowie einen Computer auf der Theke, der vermuten ließ, dass auch Bestellungen gemacht werden konnten. Als Mr. Li mit dem Ladenbesitzer zu sprechen begann, wussten beide sofort, da alles auf Englisch verlief, was benötigt und gesucht wurde. Er hätte zwar nichts lagernd, aber könne alles besorgen, wobei Mr. Lis erste Wahl (ein Metzeler Tourance) nicht lieferbar war und daher die Auslese auf Metzeler Enduro 3 fiel. Nun gut und schön, aber einen Hacken gab es wohl immer bei solchen Geschichten, so auch hier: der Reifen konnte erst in 5 Tagen in Tuxtla sein…. Ein Vorschlag des Verhandlungspartners, die Reifen per DHL an einen Ort unserer Wahl zu senden, wo Mr. Li und Mrs. Chri sie dann abholen könnten, wurde mit Hilfe des google.translators ausdiskutiert und bis zum Schluss spruchreif (es wurde Oaxaca und am 22.05.2013 mussten die Reifen vor Ort sein – errechneter Kilometerstand des aktuellen Hinterreifens bis Oaxaca : 15 500km). Es wurde alles per Visa-Karte bezahlt und so verließen Mr. Li und Mrs. Chri – nun um insgesamt 290€ (2 Reifen incl. Versand) leichter und mit Auftragsbestätigung und Rechnung, aber ohne Reifen, den Laden. Die mündliche Bestätigung, dass alles sicher wäre und alles glatt liefe, sowie die Erkenntnis, dass dieser Laden zu eine „Kette“ (8 Motorradgeschäfte in den Städten Mexikos unter diesem Namen) gehörte, weckten in Mr. Li und Mrs. Chri echtes Vertrauen, was sie auch taten…

Während Mr. Li und Mrs. Chri in den darauffolgenden Tagen sich die Sonne an der Pazifikküste von Puerto Angel und Puerto Escondido auf den Bauch schienen ließen, kamen schon die Gedanken über zu großes Vertrauen in andere Personen und den möglichen Geldverlust auf, wobei sich 4 Tage nach dem Geschäftsabschluss eine Mail im Internetbriefkasten befand, welche die DHL-Versandnummer ihres Paketes beinhaltete. Eine Kontrolle per Eingabe dieser Nummer auf der Website DHLs bestätigte, dass das Paket unterwegs war…

Oaxaca, am 24.05.2013; DHL-Büro; Mr. Li kam mit 2 neuen Reifen der Marke Metzeler Enduro 3 in den Dimensionen 130/80/17 mit einem Grinsen im Gesicht aus der Türe. Nachdem keine Reifenwerkstatt (wie Good year oder Continental) die Reifen von Mr. Li und Mrs. Chri wechseln wollten und immer nur auf eine Motorradwerkstatt verwiesen, begaben sich Mr. Li und Mrs. Chri auf den Weg zum Suzuki-Laden, wobei beim Nachfragen der 3 fache Preis des Üblichen (es geht nur um den reinen Reifenwechsel – den Ausbau vom Rad erledigt Mr. Li selber) genannt wurde. Mr. Li und Mrs. Chri schlugen dieses Angebot aus und begaben sich zum Yamaha Händler mit Werkstatt. Dort erhielten sie die Möglichkeit den Wechsel durchzuführen, wobei Mr. Li die Reifen ausbaut und der Mechaniker den eigentlichen Wechsel durchführte und das um 3€ pro Reifen. Die Verkäufer, die Mechaniker waren angetan von Mr. Lis und Mrs. Chris Reise und schenkten ihnen Pickerln, Schlüsselanhänger und Armband alles mit dem Logo von Yamaha (nur zur Sicherheit: das Motorrad der Reise ist eine Honda Transalp).

Und dies ist die Geschichte zum Thema "Besorgung eines Reifens in Mexico" von  Mr. Li und Mrs. Chri mit dem Fazit: früh genug schauen, denn: „Reifen machen glücklich, wenn man rechtzeitig drauf schaut, dass man`s hat, wann man`s braucht!“ (oder war es doch Geld…)

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Sa

18

Mai

2013

Kotans Geduld mit dem Kaffeeautomaten… oder doch Geldautomaten…

Kotans Geduld mit dem Kaffeeautomaten… oder doch Geldautomaten…

 

Die Liebe Not eines jeden Reisenden: die unterschiedlichen Varianten der Geldbeschaffung. Da gibt es die Geldwechsler auf der Straße, dessen Bekanntschaft wir an den Grenzen schon machten, oder die offiziellen Wechselstuben, die, genauso wie die Geldwechsler auf den Straßen, unglaubliche Gebühren verlangen. Veraltet und gänzlich abhandengekommen ist die Geldbeschaffung mit Reiseschecks… kein Mensch hat heute noch, dank der Erfindung der Plastikkarten, Reiseschecks mit im Brusttascherl. Plastikkarten, ob Maestro, Visa, Master Card, das sind die Freunde jedes Reisenden und damit schlägt man sich durch. Wir bevorzugen Bargeldabhebungen mit Maestro-Karte – sprich der österreichischen gängigen Bankomatkarte, was nach unserer Erfahrung doch fast überall (im Sudan ging es 2009 nicht) funktioniert. Jedoch nicht immer gleich…

Es ist Sonntag am späten Nachmittag. Nachdem wir unser letztes Bargeld für die Bezahlung des Zimmers verwendeten, sind wir auf der Suche nach einen „Cajero automatico“- einem Bankomaten, der uns einige Pesos ausspucken kann. Wir wissen, dass nicht jede mexikanische Bank unsere Maestro Karte akzeptiert, daher sind wir gleich mal froh, einen Automaten mit dem Pickerl von Maestro vorzufinden. Also dann mal los… Karte rein… Englische Sprache wählen… Pin code… weitere Forderungen bestätigen… Geldbetrag eingeben… na und dann spuckt der Automat einfach so die Karte aus und auf dem Bildschirm steht, dass die Karte nicht akzeptiert wird. Weitere Versuche an diesem Automaten oder an den 2 Nachbarkästen werden schon vor der Sprachenauswahl abgebrochen… na gut, die nächste Bank am Hauptplatz ist gleich gefunden, also nochmals los… Karte rein… Sprachenauswahl…. Pin code…. Geldbetrag…. „Espera un momento“ – „Waren Sie einen Moment“…. wir warten… wir warten… während links und rechts die Automaten wie verrückt an Einheimische Geld ausspucken, warten wir und warten, denn weiterhin leuchtet „Espera un momento“ auf. Bis es uns doch zu bunt wird und wir den Abbruchknopf drücken, aber „Espera un momento“ leuchtet nach wie vor auf… keine Veränderung ist zu sehen, trotz ständiger wiederholten Betätigung des Abbruchknopfes. Einfach nix zu machen. Chrissi erkundigt sich am Café neben an, was zu tun ist… aber keiner kann uns helfen. Ein Pärchen erbarmt sich, drückt mit uns weiterhin auf den Computer ein und auf einmal fährt der Bildschirm runter und ist schwarz… ein paar Minuten später fährt er – der Bildschirm - dann doch wieder hoch und stellt die endscheidende Frage: Wollen sie fortfahren oder abbrechen? Chrissi drückt auf Abbruch und weg ist sie… die Karte…. Der Automat hat sie geschluckt und der Bildschirm zeigt an, dass er bereit ist für den nächsten Kunden… Worauf Liehrly aber nicht bereit ist, den Weg für den nächsten Kunden frei zu geben, denn immerhin ist seine Karte da drinnen… Er ist nicht bereit, seine Karte Leb wohl zu sagen, daher ruft das nette Pärchen noch eine Nummer, die im Foyer der Bank aushängt, an, aber am Sonntag um 18Uhr hebt auch dort niemand mehr ab. Während dessen blinkt der Schlitz zur Karteneinführung freudig grün und ist bereit für neue Karten… aber, wie schon erwähnt, ist Liehrly noch nicht bereit, diesen Kasten, denn er jetzt doch etwas unfreundlich und unsanft berührt, frei zu geben… sollte jetzt jemanden zufällig der Filmausschnitt von „Kotan ermittelt“ über den Umgang mit einem Kaffeeautomaten in den Sinn kommen… die Stimmung war die gleiche, aber – auch wenn er es gerne getan hätte – zu solch gewaltigen Tritten ist Liehrly doch nicht fähig… Während Chrissi in der Tourismusinformation erfährt, dass dies nichts Neues sei, und die Karte im Automaten bleibe, sowie dass wir am Montagmorgen die Bank aufsuchen und dies dort dann klären sollen, erhält Liehrly vor Ort, so zu sagen vor seinem - seit 40 Minuten- privaten Geldautomaten, noch Unterstützung von einem Kellner aus dem Nachbar Café. Auch dieser erklärt, dass die Karte sicher im Automaten sei und nur durch einen Bankangestellten herausgenommen werden kann. Zu allem Überfluss versucht Chrissi am Nebencomputer mit ihrer Karte Geld zu beheben, und nachdem alle Eingaben erfolgten, erscheint auch bei ihr „Espera un momento“… die gleiche Sch…e wie zuvor… der gleiche schwarze Bildschirm durch das ständige Drücken des Abbruchknopfes und bei der gleichen Frage nach dem Hochfahren des Computers: Abbruch oder Fortfahren, drückt der Kellner von nebenan auf Fortfahren und die Karte wird wieder ausgespuckt… ein großer Seufzer entfährt uns. Wenigstens wird diese Dummheit nicht bestraft, obwohl verdient hätte es die Chrissi schon… Andererseits wissen wir nun, was zu drücken ist… Nachdem Liehrly dann doch mal Platz für einen anderen Kunden an „seinem Bankomaten“ macht und selber sieht, dass seine Karte nicht mehr herauskommt, macht Chrissi sich auf den Weg zu einer anderen Bank, um dort den gleichen Ablauf an einem Bankomaten, wie zuvor (bis zum Herunter- und Hochfahren des Bildschirmcomputers und anschließender Fragestellung) zu erledigen und erst bei der 4. Bank ist es dann doch möglich – begrenzt – aber doch möglich, Scheine aus dem unterstem Schlitz des Bankomaten zu ziehen, einzustecken und essen zu gehen…

Am Montagmorgen steht eine mega Schlange von Einheimischen am Bankomaten und nach Erklärung unseres Problems, werden wir auf Mittag vertröstet… wir sind nicht glücklich darüber, aber auch der Bankbeamte meint, die Karte ist sicher. Um 12 Uhr sind wir wieder bei der Bank und Liehrly erhält nach Ausweisung per Reisepass und Unterschriftenvergleich seine ganz persönliche Bankomatkarte zurück und sofort wird Geld von der 4.Bank bezogen…

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Sa

04

Mai

2013

A Gulasch, a Seidl Bier …

 

A Gulasch, a Seidl Bier …….. und 10 Apfelstrudel.

 

Und wiedermal steht ein Besuch an… ein Besuch bei meiner Schulkollegin Judith und ihrer Familie (Andi, Jakob, Lilith und Chipsy – die Hündin) in Guatemala City. Nach einigem Hin und Her mit Polizei- und Taxibegleitung durch Guatemala City gelangten da Liehrly und i mit etwas Verspätung ans „Instituto Austriaco Guatemalteco“- der Österreichsichen Schule in Guatemala, welches auch Judiths Arbeitsplatz ist, an.

Ja, der Pförtner war informiert, und als da Liehrly und i so auf die Judith warteten, kam einer auf einer BMW 80 GS 2 Ventiler daher gefahren und winkte uns zu. Es stellte sich heraus, dass dies der Peter – ebenfalls Lehrer an dieser Schule – war und ganz erfreut wirkte, als er hörte, dass wir, genauso wie viele andere, mit Judith und Familie das Fest der Schule am Abend besuchen würden. Er wollte unbedingt mit uns über unsere Tour sprechen.

Nun, da waren da Liehrly und i nun mitten in der Gangster-Stadt: Guatemala City, mitten in Zentralamerika, Mitten in unserer Bikertour von Ushuaia nach Alaska, mitten im harten Kampf gegen Polizei und Korruption, mitten in der Trockenzeit, welche Wiesen und Wälder in Steppen verwandelt, mitten im täglichem Kampf ums Überleben so zu sagen… ja, und dann gehen da Liehrly und i am Freitag abend zu einem „Maifest“ des „Instituto Austriaco Guatemalteco“. Auf diesem Maifest treffen wir Guatemalteken und österreichische Lehrer und -Innen in Dirndl und Lederhosen. Die Lederhosen in sanften hellgrün gehalten, Dirndln kurz oder lang, alles von einer Schneiderin an den einheimischen Schülern und Schülerinnen angepasst. Nun, da Liehrly und i hatten natürlich keine Lederhose oder Dirndl im Gepäck und auch keine Schneiderin im Hintergrund, die so auf die Schnelle uns mal eine Lederhose oder Dirndl schneidern könnte, so holten wir unsere besten Kleidungsstücke aus unseren unsagbaren Sortiment heraus und sahen nicht mal so schlecht aus, jedenfalls fielen wir nicht aus dem Rahmen… Apropo Rahmen… das Fest, auf dem da Liehrly und i nun waren, gestaltete sich aus der Tradition rund um das Aufstellen eines Maibaumes, welchen wir nun frisch aufgestellt erblickten… also da Liehrly und i wussten nicht recht, ob dieser „schräge“ Maibaum von den Schülern oder von den Lehrern aufgestellt wurde…. Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten die diversen Chorgesänge der unterschiedlichen Schulklassen, eingekleidet wie schon oben beschrieben. Es wurde von Stanzeln über klassische österreichische Volkslieder bis hin zu „Rock me Amadeus“ von Falco alles auf Deutsch gesungen, was auf den Liehrly und mi nach so langer Zeit im Spanischen Lebensraum einfach unglaublich wirkte noch dazu bekamen da Liehrly und i alles von einheimischen Kindern und Jugendlichen vorgetragen… mit einem Lächeln genossen wir auch noch zum Abschluss die Hintergrundmusik von den „Global Kryner“ (einem österreichischem Aushängeschild für Traditionsmusik!) mit „Something stupid“ oder "Lady Marmalade" (ein anderes Beispiel dieser unglaublichen Band läuft ja gerade im Hintergrund eines jeden Lesers, oder?), die über das Schulgelände trällerte.

Ja, und da… da Liehrly und i auch Hunger und Durst hatten, besorgten wir uns a Gulasch (gekocht und ausgegeben von den Österreichischen Lehrern) sowie a Seidl Bier (ausgegeben von den anderen Österreichischen Lehrern – leider kein Steierisches Puntigamer) und zum Nachtisch an Apfelstrudel mit Vanillesoße (ebenfalls gebacken und ausgegeben von weiteren Österreichischen Lehrern- da sollten sich die Österreichischen Lehrer in Österreich mal ein Beispiel nehmen). Alles schmeckte hervorragend heimisch….

Wie so oft musste auch hier jemand zu den letzten Besuchern gehören, und dieses Mal waren es dann doch die Judith, der Andi, der Jakob, die Lilith, da Liehrly und i… und mit noch 6 Apfelstudln im Gepäck fiel es auch nicht schwer nach Hause zu gehen….

 

 

So, liebe Leser und Leserinnen,  hier ein Schmankerl der "Global Kryner"  - für diese Alltagsgeschichte ein absolutes Muss (und fertig hören!!!!): http://www.youtube.com/watch?v=ZDOoWH6DGjk

 

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Mo

22

Apr

2013

Eines von Hundert…

Eines von Hundert…    Am Lago Yojoa (Honduras), 18.04.2013

 

Die Suche nach einem Zimmer ist immer wieder anders… und die Qualität ebenso… Am Lago Yojoa in Honduras ist das vorgeschlagene Quartier des Reiseführers ausgebucht. Es gibt auch Stellplätze, aber die Tatsache, dass wir uns in einen Nebelwaldumgebung befinden, und der See auch nicht weit ist, sprich: dass ein relativ hohe Wahrscheinlichkeit vorliegt, dass uns die Moskitos doch etwas Belästigen würden (was sie auch schon in der Rezeption beim Nachfragen unter Beweis stellten…), und die Erzählung eines Einheimischen, dass die Bauern zur Zeit sehr viel Flächen abfackeln, damit die Schlangen getötet werden, bevor die Erntearbeiten beginnen, um bei der händischen Arbeit nicht gebissen zu werden. (Und hier handelt es nicht um „Blindschleichen“ oder Ringelnatter, die einem wie früher über die Füße glitten, wenn das Heu auf der Wiesen zum Wenden war… nein, hier geht es um Schlangen, die echt, echt giftig sind) … und da Chrissi keine Lust hatte auf weitere Erfahrungen oder Fortsetzung von „Schlangen beim Campen“ (für alle die noch nichts darüber wissen – ausführliche Informationen erhält man beim Lesen des Buches „Eine Reise im Leben“ von (und mit) Christina Rath-Liehr). Nun gut, also Campen war in diesem Fall abgehackt. Die Finca daneben war zu teuer, und der Reiseführer spuckte dann doch noch eine weitere Unterkunft, die nach 15 minütiger Fahrt auch erreicht wurde, aus. Leider nur halb verfallene Cabanas (Holzhütten) im Angebot, die wiederum Liehrly (nicht nur aus Sicht des Tischlers, der alles persönlich macht – sondern auch aus menschlicher Sicht) nicht zu Gesichte standen. Also rauf aufs Moped und los geht´s zum nächsten Hotel, dass ein riesengroßer Komplex aus riesengroßen Gebäuden umgeben von Swimmingpool und Parkanlage war… Eigentlich nicht wirklich unser Stil (nix von feinem Landhäuschen am See mit netter Wirtin, die vielleicht gerade einen Kuchen bäckt, um diesen mit einer Tasse Kaffee am späteren Nachmittag ihren Gästen auf der Seeterrasse zu servieren). Nun gut, dieser Komplex erinnerte uns an EX-Ostblockstaaten Urlaubskomblexgebäuden, die zur „Massenerholung“ aus Beton geradlinig, steif und unpersönlich aus den Erdboden gebaut wurden. Dieser Massenerholungskomplex alla Kasernenform wurde also von uns aufgesucht, und wir wurden wiedermal von einer absolut unmotivierten Rezeptionistin in Empfang genommen, die einen zu hohen Preis nannte. Auf Grund der Tatsache, dass wir aber doch schon etwas müde von der Zimmersuche waren und des inkludierten Frühstückes, sowie der Folgeerscheinung der Preissenkung, da der TV nicht funktionierte (es gab keine Verbindung zum Netz), entschlossen wir uns doch ein Zimmer von hundert anderen zu beziehen (ganz unter uns: das Zimmer war echt okay, die Betten – es standen 2 Ehebetten drinnen- waren etwas weich, aber an sonst, war es echt okay). Nun gut, vom Balkon erblickten wir eine Swimmingpool und dahinter war der Lago, wobei es so dunstig durch Rauch (vom Abfackeln der Bauern) und dem Nebel vom Nebelwald war, dass der See nur schwer zu erkennen war. Liehrly startete einen Rundgang und kam beklemmend wieder zurück (obwohl alles riesig und groß war, kam der Liehrly beklemmt zurück, obwohl er sich frei bewegen konnte, einen Pool vor sich hatte und das Leben genießen konnte, kam der Liehrly beklemmt zurück). Nun, er hatte das volle Ausmaß unseres Quartieres erkannt: der Swimmingpool sah nur von oben toll aus. Aus dem Augenwinkel eines möglichen Kopfsprunges waren deutlich Algen und mögliche Froscheierformationen zu erkennen, also Aktion „Baden im Wasser“ abgeschlossen. Genauso, wie „Sonnenbaden“, den die Kampfansage und Revierverteidigung, die gleichzeitig auch als Futterfang von den Moskitos angesehen wurde, war deutlich am Pool und an den einladenden Liegestühlen spürbar... Nun gut, was machen wir denn dann? Wir hätten können verstecken spielen und keiner hätt`s gesehen… wir waren eben auch die einzigen Gäste. Es gab noch andere menschliche Wesen (neben der unmotivierten Rezeptionistin), wie den Gärtner, der als einziger Englisch sprach, einen jungen Kellner, (der im Riesenspeisesaal uns gleich mal einen anderen Tisch zugeordnet hatte, da über dem Tisch, den wir ausgesucht hatten, ein Stück von der Decke herunterzufallen drohte. Wobei noch zu erwähnen wäre, dass alle Tische voll gedeckt waren, als wären da noch weiter 100 Gäste. Der Frühstückskellner verlangte dann auch die Quittung, da er uns nicht glaubte, dass wir mit Frühstück gezahlt haben, wobei es sicher schon bis zu ihm rumgesprochen hat, dass wir die EINZIGEN Gäste im Hotel waren). Einen Koch, der immer wieder mal verschwitzt aus der Küchentüre lugte, eine Putzfrau, die mit ihren Kübeln schnell um die Ecke bog, als sie uns sah und einen Sicherheitsmann, der gleich mal sein Arbeitsgerät - einen Revolver - vom Büro ausgehändigt bekam. So da waren wir, gemeinsam mit einigen Angestellten und 99 weiteren leeren Doppelzimmern… also wir hätten locker Verstecken spielen können, hätten locker alle 15 Minuten das Zimmer wechseln können, ohne in eines zweimal zu geraten… Jetzt hatten wir endlich mal unendlich viel Platz und trotzdem war es beklemmend (na irgendwie, sind wir doch nie zufrieden in einem Wahnsinnskomplex, der für mehr geplant war und nun zum Verfallen verurteilt ist)… beklemmend die einzigen zu sein… mit zig tausend Moskitos auf dem Balkon und einer super Klimaanlage (der technische Feind der Gelsen) im Zimmer. Aber eigentlich waren wir wiedermal Zeitzeugen, denn diese Form der Erholungsgebäude, wird wohl (hoffentlich) nie wieder gebaut und nun können wir sagen… das haben wir noch (üb)erlebt!

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