Komm` mit, ich lade dich ein....

Komm` mit, ich lade dich ein....

 

Du bist müde, geschlaucht und hast einen anstrengenden Tag hinter dir? Du suchst nach einer kurzen Ablenkung vom Alltag, vom Rhythmus des Alltages, du suchst, ja, was suchst du? Entspannung, Abenteuer? Was treibt dich an? Was treibt uns an? Setz dich entspannt hin… die Schultern hängen lassen (!) und einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen… mache dir den Weg, welchen die Luft beim Ein- und Ausatmen hinter sich bringt, bewusst… die Luft wird von der Nase eingesogen, die Nasenflügeln beben leicht… spüre diesen Weg der Luft in deine Lunge und stoße sie dann langsam wieder aus…. Wiederhole dies 3 x und stelle dir dann vor…

Du stehst auf am Morgen und bist gut gelaunt. Wolkiger Himmel und, obwohl du auf über 3000 Meter bist, ist es nicht kalt. Nach einem leckeren Frühstück in einer Bäckerei, beladest du dein Motorrad und ziehst die Gurte fest. Es beginnt die Sonne durchzublinzeln und auf dem Weg raus aus der Stadt schafft sie es auch, ganz durch zu kommen… du spürst ihre Wärme… es breitet sich eine Wärme über das Genick, die Schultern und den gesamten Rücken aus… nein, es ist nicht heiß… es ist wärmend, und du genießt es. Die Straße ist breit, asphaltiert und windet sich in perfekten Kurven durch die Ortschaften aus Lehmhäusern oder Strohmatten. Leute arbeiten auf ihren Feldern oder verkaufen ihre Waren an der Straße. Du beginnst zu singen – wohlig warm, gewärmt durch die Sonne, vorbeifahrend an Menschen, Tieren, Felder, Bergen, Wälder und schneebedeckten 6000er, an denen aber die Wolken hängen bleiben. Du kannst sie nicht sehen, aber sie sind da und du weißt es… ja, dir geht es so gut, du beginnst zu singen und du weißt, welches Lied auch immer du anstimmst… es wird dein Mantra, dein persönlicher Ohrwurm für den heutigen Tag… du entscheidest dich für „Thank you for your love“ Antony & The Johnsons und beginnst zu singen… für dich, fürs Motorrad, für deine Familie, für deine Freunde… für die Welt….

In der Zwischenzeit wird die Schlucht, in der du dich bewegst, immer enger, aber die Straße bleibt noch breit… du lenkst dein Motorrad sanft und weich entlang eines Flusses, der ebenso sanft und weich sich in die grün bewachsene Erde einfügt… „I wanna thank you for your love, I wanna thank you, uuh I wanna thank you…“ Menschen hüten ihre Kühe, Ziegen oder Schafe… sitzend, stehend oder liegend befinden sie sich am Straßenrand und lassen ihre 3, 4, 5 oder mehr Tiere grasen… du spürst den Luftzug, du spürst die Sonne in den Schultern, du spürst den Rhythmus der Kurven, du spürst den Drang weiter zu kommen… „I wanna thank you for your love, I wanna thank you, uuh I wanna thank you…” Die Straße wird schmäler, die Schlucht wird enger und du spürst das Abenteuer… etwas Neues, Einzigartiges und Einmaliges wartet vor dir… auf dich, ja auf dich, du darfst dieses Erlebnis erleben… Den Asphalt lässt du hinter dir… die Piste ist fest und gut, die Schlucht ist tief und das Grün verschwindet vor deinem Auge… es wird abgelöst von schroffen, kahlen und kaltem Felsen, der links und rechts der Schlucht in den Himmel ragt. Die Fahrbahn wird matschig und enger… es hat nur noch ein Auto… max. ein LKW Platz… du weißt, dies ist keine Einbahnstraße für Touristen, nein hier verkehrt auch noch der „Alltagsverkehr“… die Nackenmuskulatur spannt sich etwas an… von der wärmenden Sonne ist nichts mehr zu spüren, sie kommt nicht in die Schlucht… die Fahrbahn eng und matschig, kurvig entlang eines Hanges und mit 40 Tunnels – unbeleuchtet, staubig, mit Schlaglöchern - versehen… vor und während der Fahrt durch den Tunnel muss jeder hupen, damit der Gegenverkehr weiß, dass jemand kommt… du spürst kleine Schweißperlen am Brustbein und im Genick… deine Konzentration läuft auf Hochtour… und trotzdem versuchst du zu genießen.. genießen, dass du dich wieder einmal an einem einzigartigen Ort der Welt befindest… die „Entenschlucht“ - Canyon del pato – bei den “Cordillera Blanca“ in den Anden… du lächelst, ja das ständige Gehupe klingt wirklich wie Entengeschrei… aber Vorsicht, du befindest dich auf der rechten Reifenspur, daneben geht es senkrecht runter zum mittlerweile energiereichen und lebendigen Fluss, der sich durch die Schlucht reißt… das ist Leben und dieser Fluss bringt irgendwo leben…

Mittlerweile singst du nicht mehr… du bist hochkonzentriert bei den Tunnels, bei dem Gegenverkehr, bei dem Abgrund und du fragst dich, ob diese direkte Konfrontation mit deiner kleinen Höhenangst doch die beste Therapie ist. Dir ist warm, deine Handflächen beginnen zu schwitzen, deine Knie sind eng am Motorrad, die Hände fest am Lenker, so dass du die Sehnen deutlich spürst… du bist eins mit dem Motorrad. Die Stopps zum Trinken beruhigen, aber du willst weiter, weiter diese kurvige, enge und anspruchsvolle Strecke erfahren. Einige, steinige Kehren nach unten und die beengende „Entenschlucht“ liegt hinter dir. Du nimmst einen Schluck Wasser, er schwemmt den Sand aus deinen Zähnen, er bringt Kühle in deinen Mund und befeuchtet deine trockene Kehle… bah und du hast es geschafft… du singst… „I wanna thank you for your love, I wanna thank you, uuh I wanna thank you…” Es ist heiß und du willst weiter, aber die Enge, das Steile, das Kalte ist weg… es ist nun wieder alles Breit, die Piste, das Flussbeet und die Sonne scheint dir wieder in den Rücken, das Licht ist optimal und du bist etwas müde, aber etwas fesselt dich… es sind die Farben der dich umgebenden Felsen… sie sind schwarz, braun, grau, weiß oder sogar orange… es ist als zeige die Erde dir, ja dir, ihre Vielfalt … ihre Möglichkeiten sich auszudrücken… ihre Variationen von Stein… es ist unglaublich… die Piste ist hart und gut zu fahren… du beginnst wieder zu singen und meinst nur… „I wanna thank you for your love, I wanna thank you, uuh I wanna thank you…” Du folgst dem immer ruhiger werdenden Fluss, der sich wieder in ein breites Beet, umgeben von saftigem und sattem Grün schmiegen darf… du bist glücklich einen lebenspendenden Fluss begleiten zu können und wenig später tauchen auch wieder Häuser aus Strohmatten oder Lehmziegeln auf… und du gleitest durch, Kinder winken, Erwachsene salutieren und du fragst dich, welches Bild in ihren Augen über dich entsteht… Die Piste ist aus und der Asphalt beginnt… und ja, du schreist „I wanna thank you for your love, I wannathankyou, uuh I wanna thank you…” ja du liebst den Aspahlt… dieses Mal ist das Lied, das dein Mantra für heute ist, dem „Asphalterfinder“ gewidmet… Der Fluss hat sein breites Flussbeet nochmals in der Ebene erweitert, die Grünflächen werden nicht mehr nur für den Eigengebrauch verwendet… Argrawirtschaft wird betrieben… alles ist Grün und vertraut… Getreide, Mais und dazwischen Streuobst … hi, hi, die Bananenbäume als Streuobst zu sehen… oh wie du doch singst „I wanna thank you for your love, I wanna thank you, uuh I wanna thank you…” und du meinst es ernst… du bist müde und geschlaucht, blickst zurück und weißt, welch ein herrlicher Tag… das Wetter war gut, die Strecke inspirierend und einmalig, die Abstimmung mit deinem Motorrad hervorragend und es is nix passiert… und du suchst dir eine nettes Hostel mit Garage, gehst heiß duschen und isst leckeren gegrillten Fisch, trinkst ein oder zwei Gläser Wein, liegst im Bett und denkst: „Yes, I wanna thank you!“

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Kommentare: 3
  • #1

    Gego (Donnerstag, 14 Februar 2013 10:02)

    wunderschöne Worte....!

  • #2

    Sonja (Sonntag, 17 Februar 2013 11:26)

    Danke, dass du uns mitgenommen hast!

  • #3

    Xandi (Mittwoch, 20 Februar 2013 11:40)

    Hat mich sehr berührt! Schön, dass ihr so wunderschöne Tage erlebt und diese mit uns teilt!

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