Es ist nicht immer alles „rosig“…

Es ist nicht immer alles „rosig“…

 

Neben unseren unglaublichen landschaftlichen Erlebnissen und Konfrontationen, die wir immer wieder versuchen zu beschreiben, stehen wir auch täglich unbeschreiblichen Erlebnissen und Konfrontationen gegenüber, die zusammengeführt an einem Tag zu einem „schwarzen Tag“ der Reise werden können. So erlebten wir einen wirklich, wirklich schwarzen Tag, dessen Ereignisse getrennt voneinander zu unserem gewöhnlichen Reisealltag gehörten, aber so komprimiert wie am 01.01.2013 …echt, echt ein schwarzer Tag…

Nach einer lauten mit ohrenbetäubender Musik und Geschrei erfüllten Nacht am 01.01. früh aufgewacht. Liehrly freute sich schon auf eine gute Eierspeise, damit er mit viel Knoblauch und Zwiebel auch seinen leichten“ Nusslikör - Kater“ vertreiben konnte. Also raus aus dem Zelt und Benzinkocher an… denkste. Nachdem der Benzinkocher am Vortag schon immer wieder muckte und dadurch ein Service von Liehrly durchgeführt wurde, muckte der Kocher nicht mehr – nein, er war „Mucks- Mäuschen -Still“… im Gegensatz zur nächtlichen Party, die den krähenden Hahn überhörte und einfach verlängert wurde. Nun also, „Mucks - Mäuschen - Still“ war der Kocher und nicht nur dies war eine Gemeinsamkeit mit Liehrly - auch die Gesichtsfarbe war gleich mit der Benzinflasche: rot. Nachdem erfolgreich wieder die Finger und die Kleidung nach Benzin rochen, eine Stunde ohne Aussicht auf Eierspeise und Kaffee verging, wurde eingepackt und die Motorräder aufgepackt. Die Freude an diesem Campingplatz hatten sich auch gewandelt… die Freude auf ein sauberes WC, die Freude auf einen ruhigen Vormittag, die Freude auf einen erholsamen 01.01. war weg,.., der Topf, den sich ein Bursche am Vortag zum Kochen ausborgte, verdreckt und verrußt… es war nicht mehr so wie früher im alten Jahr …

Also aufsitzen bei 30° Grad, und ab ging die Post mit vollgetankten Motorrädern verließen wir San Petro de Atacama und gelangten auf eine öde, schnurgeradelaufende, monotone Straße Richtung Calama und anschließend Richtung Tocopilla, wobei wir uns entschlossen auf die Ruta 5 (der Panamerika) aufzufahren, und nicht die Küstenstraße zu nehmen, da wir uns dabei ein schnelleres Vorankommen versprachen. Eine absolute tote, öde Landschaft – rechts Eisbahnschienen, die nie benützt wurden – links Elektromasten alla Raabtal…und Wüste. Zwischen den Ortschaften Maria Elena und Pozo Almonte lagen 280km und keine Tankstelle, was wir nun auch wissen… Unsere in San Piedro gefüllten Tanks (Reichweite 330km) waren in Quillagua leer und auf Nachfragen bzgl. einer Tankstelle in diesem Ort sagte man uns, dass in 100 km nördlich oder 80 km südlich die nächsten Tankstellen seien, aber hier gäbe es keine. Bei 38°Grad ein Wahnsinn, dort am Dorfplatz in Motorradschutzbekleidung zu stehen und zu wissen, dass jeder 2 leere Kanister mit hat, die zuvor noch locker gefüllt hätten werden können. Das warme Wasser aus dem Rucksack kühlte auch nicht unsere Kehlen und schon gar nicht unsere Gemüte… speziell Chrissis Gemüt war gleich heiß wie die Außentemperatur… ein Einwohner, eh nett, sprach ständig auf sie ein. Sie sagte schon, dass sie nichts verstand, dass sie kein Spanisch spricht, aber dies störte diesem Mann nicht: er plapperte und plapperte und plapperte und wollte auch noch bei dieser Hitze eine Antwort, wo doch nur eine Antwort zählte: woher kriegen wir 10 Liter Benzin.. Liehrly schaffte es dann doch einen Benzindeal mit einem Einwohner abzuschließen: 5 Liter Kanister her – 12 Euro weg. Wer war da wohl der Gewinner. Irgendwie gab es einen elektrischen Draht zwischen Chrissi und Liehrly, denn auf einmal war Chrissi ruhig und Liehrlys Temperatur glich sich der Außentemperatur an… oder war auf der Überholspur. Jedenfalls waren wir wieder froh wegfahren zu können, von einem Ort im Nichts und ohne Tankstelle.

Weiter auf der Ruta 5 durch einen Nationalpark aus uralten Bäumen, die im Sand verwurzelt in der Atacamawüste stehen - bis zum Ort Oficina Victoria, wo – laut Auskunft des plapperten Mannes – eine Tankstelle wäre, ja die war auch da, hatte aber nur Diesel für die LKWs - Super gibt es 50 km weiter… unsere Benzinanzeige blinkte aber schon wieder… Um etwas Positives bei 40°Celsius zu erleben, kehrten wir in das anliegende Gasthaus ein. 70-er Jahre Theke, Vitrinen – verstaubt und vollgestopft mit kleinen Glasfiguren, trinkende – ausgetrocknete alte Männer an den Tischen und wir mitten drin. Wir bestellen das Tagesmenu, das auch ausgesprochen gut schmeckte (gegrilltes Hühnchen mit Salat) und eine Cola. Auf der Weiterfahrt nach Pozo Almonte ging es vorbei an einigen Campingplätzen, aber nein, wir wollten nicht mehr im Sand liegen und der Sonne, dem Wind und den Hunden ausgesetzt sein… heute brauchten wir ein Hotelzimmer… ja und dies kostet 50€ die Nacht – eigentlich zu viel für unser Jahresbudget, aber wir brauchten einfach mal ein Zimmer nach 46 von 61 Nächten im Zelt – im Sand, auf Wiese, bei Wind und Regen… nein wir brauchten ein Zimmer. Die ViSA – Karte zahlte… und dann führte uns die Dame ins Zimmer… im Bad stand das Wasser am Boden, das Fenster war zugenagelt und der Putz blätterte ab, weil es einfach nur ein bisschen zu feucht im Zimmer war… aber ansonsten.. ja ein Doppelbett war da… Chrissi beschwerte sich und ein neues freundlicheres Zimmer im 1 Stock stand bereit, das nun auch unseren Vorstellungen entsprach. So fand der Tag doch noch ein glückliches Ende, auch fanden Benzinkocher und Liehrly einen gemeinsamen Ausweg… beide befummelten sich und siehe da: beide funktionierten wieder… ein glückliches Ende…. bis der Spiegel beim Rasieren runterfiel und zerbrach….

 

Reiseberichte Chile & Argentinien...

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Kommentare: 2
  • #1

    Gego (Samstag, 05 Januar 2013 09:48)

    "Wenn Du in die Sonne blickst, bleiben die Schatten hinter Dir!" Alles Gute weiterhin!

  • #2

    Wheelie (Sonntag, 06 Januar 2013 12:31)

    Tja, wer eine Reise macht, hat was zu erzählen.
    Seht es so, wenn alles so einfach wäre, könnte es ja jeder machen.
    Außerdem, mit leeren Benzinkanistern in der Atacama zu fahren ist doch etwas leichtsinnig!
    Aber Kopf hoch. Ihr werdet sehen, sobald ihr in Machu Picchu seid, werdet ihr wieder Energie tanken!!!

    MFG Hannes

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