… danach steigt jeder motiviert aufs Motorrad….

Eine Alltagsg`schicht aus Bolivien… danach steigt jeder motiviert aufs Motorrad….

 

09.01.2013; 22 Uhr - seit 6:30 Uhr auf den Beinen, also seit 15,5 h in Uyuni und Salzsee unterwegs… aber nun sitzend im Bahnhofssaal und wartend auf den Zug, der um 23:50 eintreffen und um 00:05 Richtung Oruro fahren soll und uns zurückbringen soll zu unseren Hostel und Motorrädern. Die 2 Räume des Bahnhofes füllen sich. Es ist schon kein Sitzplatz mehr frei, die Leute liegen oder sitzen am Boden und einige versuchen etwas zu schlafen. Hunde drängen sich immer wieder zwischen sie, denn mit der Nacht kommt auch eine Kälte über Uyuni. Die Einheimischen, die Frauen in ihrer Tracht, breiten ihre Decken aus und legen sich hin und schlafen… die Touristen versuchen sich wach zu halten und gerade zu sitzen und ab zu warten…

Um 23:50 kommt kein Zug stattdessen ein Bahnhofsangestellter und erklärt, dass der Zug 2 Stunden Verspätung habe. Wir sind müde und ausgelaugt, die stickige und stinkige Luft, die sich mittlerweile von den hundert Menschen im geschlossenem Saale gebildet hat, ist trocken, beißend und stechend scharf, während im Eingangsbereich die Kälte auf Grund der offenen Türen einzieht. Die Blase drückt, das WC wird gesucht und nicht gefunden, denn dort wo das Schild „Banos“ hängt, ist eine Baustelle… was machst denn da? Der Liehrly tut sich leicht, aber als Frau? Die nächste dunkle Ecke ist der Ort, der dafür bestimmt ist… dies ist nicht ganz unüblich unter den Frauen und Männern in Bolivien… egal ob es Nacht oder Tag ist, daher stört es auch den Bahnhofsangestellten nicht, der plötzlich auftaucht und an Chrissi vorbeigeht. Es stört Chrissi viel mehr!

Um 2:40 kommt der Zug, der Zug aus Oruro nach Villazon…. nicht der Zug nach Oruro. Es geht die Runde, dass die Lock von dem erwarteten Zug ein Problem hat und, dass es um 04:00 neue Informationen geben wird. Mittlerweile ist uns der Dreck egal. Wir lungern am Boden, versuchen zu schlafen, liegen dicht gedrängt. Es gibt nur noch Platz zum Durchgehen, denn die neu Angekommenen von Oruro legen sich die restliche Nacht auch noch zu uns… die Einheimischen wieder auf Decken gebettet und voll ausgerüstet fürs Schlafen am Boden. Die Luft im geschlossenen aber warmen Raum ist fast unerträglich... geschätzte 100 Leute auf 70m²… Um 4:00Uhr die Info, dass man noch nicht weiß, wann der Zug kommt – um 7:00 wissen sie mehr, wobei nun auch die Möglichkeit angeboten wird, die Tickets gegen Geld rück zu tauschen. Das Warten ist unerträglich, der Schlaf will einfach nicht kommen, zitternd von einem Spaziergang zurück in den stickigen und stinkigen Saal zurück, legen wir uns wieder auf den Boden.

7:00 der Bahnhofsvorsteher meint, dass der Zug um 10Uhr kommen soll, wobei er um 9:00 anruft, um nochmals nach zu fragen, denn dies sei wieder nicht fix. Wir wollen nicht mehr warten… wir sind es nicht gewohnt zu warten und untätig neben einem Transport zu stehen… wir wollen entscheiden, wann, wie, wo… Wir suchen den Busbahnhof und finden ihn. Ein Bus nach Potosi (4,5Stunden Fahrtzeit) fährt sicher um 9:30 Uhr ab und laut Ticketverkäuferin geht alle Halbestunde ein Bus nach Oruro… wir kaufen das Ticket, gehen zurück zum Bahnhof geben die Fahrkarten zurück und erhalten das Geld… laut Anschlagtafel sollte der Zug nun um 10:30 kommen…

Wir gehen noch frühstücken, danach zum Bus und ab geht es nach Potosi. Nach 5 Stunden umgeben von „Hühnchen - Unangenehme Körpergerüchen wie Schweiß und andere Ausdünstungen“ umgeben können wir nicht mehr sitzen… das Kreuz tut weh. Die durchfahrene Landschaft dafür -ein Traum- entschädigt. In Potosi – eine der höchstgelegenen Städte – angekommen, Taxi genommen zum Busterminal am anderen Ende der Stadt gefahren und noch ein Ticket für den Bus nach Oruro um 14:30 ergattert … es ist mittlerweile 14:00 Uhr… schnell eine kalte Cola kaufen und ab in den Bus…

Um 20:00 Uhr kommen wir in Dunkeln in Oruro an… raus aus dem Bus mal tief durchatmen und gehen, gehen, gehen… nicht mehr sitzen und irgendwie haben wir das Gefühl, alle grausigen Gerüche angenommen zu haben und nun eins mit ihnen zu sein… noch schnell was essen… unser letztes Essen 12 Stunden her… Frühstück in Uyuni…danach ins Hostel, wo uns der Besitzer schon freudig erwartet und stolz verkündet, dass alles in Ordnung sei. Wir erklären, dass der Zug nicht kam und wir mit den Bussen fuhren… er meinte, der Zug sei nach seiner 8 stündigen Fahr von Uyuni gemütlich um 18:00 Uhr angekommen…

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Tropperix (Sonntag, 13 Januar 2013 20:01)

    Ich habs euch ja gesagt. Ihr seid jetzt im Land des "mañana". Daran müsst ihr euch jetzt leider gewöhnen. Umso früher ihr euch dran gewöhnt, umso weniger werdet ihr eure Nerven belasten...
    ;-)

    LG aus dem verschneiten Österreich!!!

  • #2

    Pedro Muñoz (Montag, 14 Januar 2013 16:34)

    Tja! Bolivien... Wo Alles Ist möglich... Nichts ist sicher!
    Willkomen Ins Land der unglaublichen Alternativen!

  • #3

    EVELYNE AMTMANN (Samstag, 19 Januar 2013 17:27)

    Ich werd mich bei Robin für euch beschweren der ist eh bei der öbb :-) Liebe Grüße von den Amtmanns

   BESUCHER     

Besucherzaehler

ABENTEUER AFRIKA

 

ÄGYPTEN  SUDAN ÄTHIOPIEN   TANSANIA  KENIA


NAHOST

 

Syrien


ASIEN


EUROPA

Spanien Portugal  Frankreich   Holland         Deutschland    Irland Italien       Luxemburg      Kroatien   Liechtenstein   Slowenien   Schweiz       Montenegro  Spanien  Bosnien      Albanien   Tschechien    Slowakei Rumänien     Bulgarien Griechenland   Zypern Monaco      Vatikan  Türkei  Ungarn  Polen Litauen Lettland Estland ÖSTERREICH

SÜD &

NORDAMERIKA

 USA         KANADA 

 

 BELIZE     

 GUATEMALA

 NICARAGUA  

 PANAMA

 COSTA RICA    

 HONDURAS

 

  ARGENTINIEN    

  CHILE

  PERU  

  BOLIVIEN

  EQUADOR  

  KOLUMBIEN

  MEXICO