Warum sind wir immer die Letzten

 

Warum sind wir immer die Letzten, wenn wir doch die Ersten waren… und trotzdem haben wir nix dagegen….

 

Es hat 38 Grad! Du weißt, wo der nächste Campingplatz liegt, denn du, nachdem du Essen und Getränke beim Supermarkt eingekauft hast, auch ansteuern wirst. Dir ist echt verdammt heißt in den Boots und den Jeans… deine Motorradjacke hast du schon längst ausgezogen und hintendran geklemmt.  Du wünscht dir nur noch einen schattigen Platz, eine kalte Dusche und einfach nur deine Ruhe! Du verlässt den Supermarkt mit deinem Einkauf und siehst schon wieder Leute an deinem Motorrad stehen. Sie sehen sich die Aufkleber, das Gepäck oder das ihnen unbekannte Motorrad an. Kurz kommt ein Stöhnen über deine Lippen und ein Gedanke „Nicht schon wieder…“ schießt dir durch den Kopf… er – der Gedanke -  ist nicht böse gemeint, aber du weißt, dass du schon unzählige solcher Situationen hinter dir gebracht hast. Seit du in die USA eingereist bist, stehst du öfter im Mittelpunkt als dir lieb ist. Bei den Tankstellen gelangst du als Erstes an die Zapfsäule und bis du deinen Helm abgelegt hast, ist sicher schon jemand bei dir und fragt: „Woher?  Wohin? Wieso? Wie ist dies machbar?“ Es handelt sich dabei immer um Gespräche, die voller Anerkennung und Bewunderung von deinem Gegenüber gestaltet werden. Echtes Interesse und Begeisterung schwingen mit und geben dir ungemeine Kraft und deine Brust hebt sich nicht nur auf Grund deines Atemzuges sondern auch auf Grund des Stolzes.  Und mit Sicherheit steigst du erst wieder auf das Motorrad, nachdem alle anderen Fahrzeuge die Tankstelle verlassen haben. Wieder mal erster und trotzdem letzter, dafür mit einer aufrechten Haltung und mit einem Grinsen im Gesicht…

 

Nun du bewegst dich also unter der Nachmittagshitze weg von der klimatisierten Zone des Kaufhauses hin zu dem umringten Motorrad und bevor du alles verstauen kannst, tritt auch schon ein Vater mit Sohn auf dich zu. Der Vater meint, sein Sohn möchte gerne wissen, woher du kommst. Die Frage, ob alle Aufkleber auf den Koffern erklären, wo du warst, ist mit einem schnellen  „Yes“ beantwortet, wobei  der Vater daraufhin seinem auf „zwölf-Jahren -geschätzten Sohn“ erklärt, er müsse nun dir die Hand geben und seinen Namen sagen. 

 

Deine Einkäufe sind verstaut und ein Auto parkt neben dir. Ein Mann steigt aus und  erkundigt sich, woher wir den mit diesen überladenen Motorrädern kommen und du meinst nur kurz: Österreich. Er war lange Zeit in Deutschland stationiert und hat dort so viel Gastfreundschaft erlebt, dass er diese gern dir weitergeben möchte. Außerdem meint er (in ausgesprochen gutem Deutsch), es wäre sowieso viel zu heiß um die Nacht im Zelt zu verbringen. Oh wie wahr... hier im mittleren Westen herrscht gerade eine Hitzewelle und so hat es an die 40 Grad. Du folgst ihm vom Parkplatz des Einkaufhauses und gelangst nach einer 5 minütigen Fahrt zu seinem Haus. Das Motorrad kannst du in der Garage parken. Er sieht dir an, dass du dich etwas erholen und duschen musst, so zeigt er dir gleich dein Zimmer und dein Badezimmer im klimatisierten Haus. 3 Hunde und drei Papagei begrüßen dich ebenso und somit bist du nun mitten im Geschehen. Nach einer Dusche und kurzem Internet Check, zaubert Allen für dich ein hervorragendes Abendessen und im Anschluss erzählen wir uns gegenseitig Geschichten bei einem Gläschen Wein. Allen und Margaret (seine Frau) leben von der und für die Musik und so können sie dir auch noch Tipps für unseren nächsten Stopp in dem Musikstaat Tennessee geben.

 

DANKE Allen - DANKE Margaret 

Am Morgen bereitet dir Allen noch ein Frühstück und mit vielen Tipps und einem herrlichem Gefühl von Gastfreundschaft schwingst du dich aufs Motorrad und bist nun ganz sicher nicht enttäuscht immer wieder der Letzte zu sein, denn dies kann sich durchaus auch zu einem Vorteil erweisen…

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Kommentare: 2
  • #1

    m&e (Dienstag, 17 September 2013 12:10)

    Es wird sehr hart werden!
    Ihr trefft zur Zeit die tollsten und nettesten Leute, die man nur treffen kann. Aber ihr werdet zurückkommen. Und ihr werdet euch wieder der Realität stellen müssen. Und ihr werdet Typen begegnen, die nicht so nett sind wie Allen und Margaret. Es kommt eine verdammt harte Zeit auf euch zu - genießt noch die Begnungen dieser Art - es wird alles anders!!
    Ernüchternde Grüße von M&E :)

  • #2

    Chrissi (Mittwoch, 18 September 2013 03:03)

    Danke für die ernüchternden Worte... und ich habe doch gehofft, diese Geschichte würde ein Beispiel liefern.... Habe doch gehofft auf Einladungen zum Frühstück (nicht montags-freitags 6Uhr - sondern samstags oder sonntags ab 8Uhr).... habe doch gehofft auf Einladungen zum Abendessen (auch montags-freitags durchaus möglich).... habe doch gehofft, jemand würde sich unser möglicherweise annehmen und versorgen, wenn wir wieder mal sparen müssen....
    LG und hoffen auf weitere Einladungen dieser Art, um diese noch schnell genießen zu können...
    Chrissi

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